gis.Business Ausgabe 5/2021

Vom digitalen Bauen bis zur Klimaanpassung

Liebe Leserinnen und Leser,

laut einer Befragung der PricewaterhouseCoopers GmbH (PwC) in der Bauindustrie im Jahr 2019 nimmt das digitale Bauen Fahrt auf. Mehr als die Hälfte der deutschen Bauunternehmen hat bereits Erfahrungen mit Building Information Modeling (BIM) gesammelt. Der Vorteil dieser Methode ist der durchgängige digitale Workflow beim Planen, Bauen und Bewirtschaften von Gebäuden. Als Fazit der Befragung folgert Rebekka Berbner, Partnerin bei PwC und BIM-Expertin: „Das digitale Bauen bedeutet einen Paradigmenwechsel für die Baubranche, denn es rückt das integrierte und kontinuierliche Arbeiten an einem 3D-Modell in den Mittelpunkt. Dieser Ansatz fördert die lösungsorientierte Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, bringt aber auch einige Hürden mit sich.“

In der Titelstory „BIM – mit Luft nach oben“ erörtern wir den Status quo beim digitalen Bauen. So zeigt sich unter anderem, dass es ein einheitliches Wissen und Verständnis braucht, um BIM als Methode zu etablieren. Auch wenn hier noch Arbeit zu leisten ist, bietet das digitale Bauen schon jetzt viele Vorteile, gerade im Hinblick auf die Modernisierung der bestehenden Bausubstanz. Im Infrastrukturbereich spielt BIM ebenfalls eine wichtige Rolle. Hier werden digitale Zwillinge genutzt, um Anlagen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg zu visualisieren, Änderungen zu verfolgen und Analysen durchzuführen. Damit beschäftigt sich der zweite Beitrag zum Titelthema mit den Beispielen des San-Giorgio-Viadukts in Genua und der Pan-Borneo-Autobahn.

Im Zuge des demografischen Wandels sind kleinräumige Informationen über die Bevölkerungsstruktur sehr wichtig, um auf Veränderungen angemessen reagieren zu können. Solche Daten sind allerdings nur selten verfügbar. Gerade kreisangehörige Gemeinden oder Kleinstädte verfügen nicht über die Ressourcen zum Aufbau der dazu notwendigen Stellen. In der Rubrik Datenmanagement stellen wir das Projekt „smartdemography“ vor. Bei diesem Monitoringsystem werden aus kommunalen Melderegistern Informationen zu Bevölkerungsstruktur und -entwicklung gewonnen.

Mit einer Entwicklung ganz anderer Natur haben wir es unter anderem in einem Beitrag zur Verhüllung des Pariser Triumphbogens zu tun. Der erlebte vom 18. September bis zum 3. Oktober seine Entwicklung vom grauen Erinnerungsdenkmal hin zum luftigen Friedenszeichen. Die Idee von Christo, eines der großen Wahrzeichen der französischen Hauptstadt zu verhüllen, wurde nach 60 Jahre realisiert – dank der Kunst und mit Unterstützung der Geo-IT. Über dieses weltweit beachtete Event berichten wir in der Technologie-Rubrik. Dort widmen wir uns auch dem Thema Laserscanning und dessen Einsatz bei der Steinschlagdetektion in den europäischen Alpen.

Extreme Niederschläge, Hitzerekorde und Waldbrände. Die diesjährigen Extremereignisse machen deutlich, dass der Klimawandel überall auf der Erde für Mensch und Natur spürbar ist. Klimaschutz durch CO2-Reduktion ist ein wichtiges Ziel, doch Klimaanpassung ist genauso relevant, um sich auf bereits unumkehrbare Auswirkungen vorzubereiten. In unserem Special behandeln wir zwei Aspekte zur Anpassung an Hitze und Starkregen: die Kühlfunktion urbaner Böden und die Auswertung von Extremniederschlägen auf kleinräumiger Ebene.

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