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Von allem zu viel und doch zu wenig

Andreas Eicher

Mitte Oktober startet die Intergeo 2022 in Essen. Die Fachmesse ist ein wichtiger Gradmesser für die Bereiche Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement. Wenn auch im Vergleich zu den „großen“ Digitalisierungsthemen noch immer eine Nische, erfüllt die Geo-IT-Welt doch eine wichtige Funktion in allen Branchen. Von daher dürfte es kaum verwundern, dass die dreitägige Intergeo (18. bis 20. Oktober 2022, Messe Essen) für die Wissenschaft und Wirtschaft ein Stelldichein bedeutet. Im Rahmen dieses branchenweiten „Rendezvous“ können Forschungsergebnisse sowie Soft- und Hardware präsentiert werden, zeigen sich Hochschulen und Unternehmen von ihrer besten Seite.


Bauen, Wohnen und Sanieren

Andreas Eicher
Jüngst las ich auf einem Werbeschild in der Stuttgarter Innenstadt: „Wir bauen Stadt“. Der Slogan – wohl gut gemeint, aber schlecht gemacht – steht symbolisch für eine Branche, deren Ziele nicht immer klar formuliert scheinen. So bewegt sich der Bausektor schwerfällig zwischen Gigantismus und Ressourcenverschwendung sowie schleppenden Prozessen und mangelnder digitaler Zukunftstauglichkeit dahin. Das zeigt sich im eingangs zitierten Satzkonstrukt, der unbeholfen, konstruiert und nicht auf die jeweilige Aufgabe ausgerichtet wirkt. Denn der unvollständige Satz erweckt zumindest den Anschein von Gleichmacherei im Baubereich, eben „Wir bauen Stadt“. Eine Aufgabe, die eigentlich unterschiedlich sein sollte, auf die jeweilige Stadt oder Kommune ausgerichtet. Und doch gibt es auch Schnittmengen in den Herausforderungen. Und die heißen: zu wenig bezahlbarer Wohnraum bei gleichzeitig mangelnder Nachhaltigkeit im Bausektor.

Vom bösen und guten Technologieeinsatz

Andreas Eicher
Mitte Juni wurde es Gewissheit. Wikileaks-Gründer Julian Assange wird nach einem jahrelangen Tauziehen an die USA ausgeliefert. Damit bewahrheitet sich Ex-Präsident Barack Obamas Spruch in seiner negativsten Deutungsmöglichkeit: „Yes we can.“ Dass die USA es können, das zeigt die Causa J. Assange nur zu deutlich. Denn der lange Arm der US-Administration packt vermeintliche Geheimnisverräter überall auf der Welt – auch nach Jahren. Besonders leicht fällt das in traditionell „befreundeten“ Ländern, wie es die „special relationship“ mit Großbritannien zeigt.

Verstehen, was zukünftig geschehen wird

Andreas Eicher
Ein afrikanisches Sprichwort lautet: „Nicht ohne Grund kommt Wasser in Bewegung.“ Ihre Erfahrungen mit der Bewegung des Wassers konnten jüngst die Menschen Südafrikas leidvoll sammeln. Denn in der Region Durban in KwaZulu-Natal kam es im April zu heftigen Regenfällen und Überschwemmungen, Das Resultat: Über 450 Menschen verloren ihr Leben. Die Behörden sprechen von über 40.000 betroffenen Menschen, die mit den Folgen des Unwetters zu kämpfen haben, wobei die Dunkelziffer weitaus höher liegen dürfte. Sihle Zikalala, Premierminister der Provinz KwaZulu-Natal, schätzt die Schäden auf mehrere Milliarden Rand. Und der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa bezeichnete die Katastrophe als „eine Katastrophe enormen Ausmaßes“ und fügte hinzu, sie sei „offensichtlich Teil des Klimawandels“.

Ein Rückblick auf zehn Jahre Wichmann Innovations Award

Annika-N. Fritzsch
Der Wichmann Innovations Award hat sich innerhalb der zehn Jahre seit der ersten Auslobung zu einem begehrten Preis in der Geo-Branche entwickelt. Der Award wird stets anhand der Kriterien „Innovationsgrad“, „Nutzerfreundlichkeit“ und „Praxisnähe“ bewertet, wobei wir zunächst mit einem reinen Publikumspreis gestartet sind und inzwischen auch die wertvolle Einschätzung der Jury mit einbeziehen. Heute wollen wir daher einen Rückblick auf die vergangenen Jahre werfen.

Energiesektor: Vom Lippenbekenntnis zum Veränderungsprozess

Andreas Eicher
Kennen Sie die Norm ISO 50001? Energieexperten dürfte sie geläufig sein, handelt es sich doch um eine internationale Norm rund um das Energiemanagementsystem. Der TÜV Rheinland schreibt hierzu: „Mit einem Energiemanagementsystem nach der internationalen Norm ISO 50001 können Unternehmen ihre Energiebilanz verbessern, den CO2 Ausstoß verringern und durch den effizienteren Einsatz von Energie ihre Kosten senken.“

Ressourcenschonend und nachhaltig: das Bauen im Bestand

Andreas Eicher
„Wir haben uns Gewaltiges vorgenommen. Wir wollen 400.000 Wohnungen bauen, jedes Jahr. Und wenn wir gleichzeitig die Klimaziele erreichen wollen, müssen wir das klimagerecht machen.“ Eine Aussage von Klara Geywitz. Klara wer? Das fragen sich jetzt sicher einige Leser. Zur Orientierung: K. Geywitz ist doppelt neu – sprich neue SPD-Spitzenpolitikerin im Kabinett von Bundeskanzler Olaf Scholz. Gleichzeitig leitet sie das neue Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Damit bekommt das Thema Bauen und Wohnen endlich wieder den Stellenwert, den es als eigenes Ministerium braucht.

Alles unter einem Baudach

Andreas Eicher
Die Rufe nach neuen Ministerien sind so alt, wie die Bundesrepublik Deutschland. An der Gründung der jeweiligen obersten Bundesbehörde lässt sich viel über den Stellenwert des Ressorts und letztendlich der Aufgaben ablesen. Während das Finanzministerium sowie das Wirtschafts- und Justizministerium bereits 1949 im Zuge der noch jungen Republik ihre Arbeit aufnahmen, folgten das Auswärtige Amt 1951 oder das Umweltministerium im Jahre 1986. Verständlich mit Blick auf die damalige Zeit, denn das in Schutt und Asche liegende Nachkriegsdeutschland musste wirtschaftlich wieder funktionsfähig werden und „Schurken“ gab es auch nach 1945 genug. Verständlich ist auch, dass das politische Personal sich mit dem Thema neuer auswärtiger Beziehungen nach den Kriegserfahrungen noch etwas schwertat. Ganz zu schweigen vom Umweltthema und einem eigenen Ministerium, das in diesen Zeiten noch Lichtjahre entfernt schien.

„E“ für Einsicht vor E-Mobilität

Andreas Eicher
„Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist nur eine vorübergehende Erscheinung.“ Als Kaiser Wilhelm II. dieses aussprach, waren die Straßen noch voller Kutschen und die erste Patentanmeldung für ein Automobil mit Verbrennungsmotor noch nicht lange her. Der letzte deutsche Kaiser ahnte zu seiner Zeit nicht, welchen Siegeszug das Automobil nehmen würde. Heute sind rund 48,25 Millionen Personenkraftwagen (Pkw) in Deutschland zugelassen (Stand 1. Januar 2021). Zum Vergleich: Hierzulande leben 83,2 Millionen Menschen. Das heißt, statistisch kommen auf jeden Bundesbürger über 1,72 Pkw. Lastkraftwagen (Lkw) oder Wohnmobile noch nicht mitgerechnet. Der Vergleich hinkt? Vielleicht, aber für ein Umdenken in Sachen Mobilität werden ja stets neue Argumente gegen ein Drosseln des Individualverkehrs mit dem eigenen Auto ins Feld geführt. Stattdessen gilt die freie Fahrt der Bürger – wie gehabt.

Klimawandel: vom Abstrakten zu den Risiken vor der Haustür

Andreas Eicher
In der letzten Woche brach über viele Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ein Albtraum herein. Grund waren die verheerenden Starkregen über Teilen beider Bundesländer. Die Aufräumarbeiten dauern an und viele Bewohner wissen nicht, wie und wo es weitergehen kann. Gleichzeitig stellt sich wieder einmal die Frage nach den Vorkehrungen gegen solche Wetterereignisse. Denn während bei einigen der Klimawandel noch immer nicht angekommen scheint oder dieser kleingeredet wird – auch aus Angst vor wirtschaftlichen Einbußen –, kritisieren andere das hiesige Katastrophenwarnsystem. Dabei zeigt sich eines: Technik kann helfen, ist aber kein Allheilmittel gegen die Folgen des Klimawandels.