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21.04.2021 Vermessung

Start der GNSS-Kampagne 2021

Die vermessungstechnischen Grundlagen für die gesamte Bundesrepublik Deutschland werden in diesem Sommer in einer außergewöhnlichen Aktion erneuert. 15 Landesvermessungsämter und das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) entsenden für die GNSS-Kampagne 35 Messtrupps in das gesamte Bundesgebiet.

Auftrag ist es, eine vollständige Überprüfung von 250 grundlegenden Vermessungspunkten in Deutschland (55 davon in Bayern) in Lage und Höhe durchzuführen und die neuen Koordinaten auf den Millimeter genau zu bestimmen.

GNSS-Kampagne zur Überprüfung von Vermessungspunkten

Die insgesamt 35 hochmodern ausgerüsteten Vermessungstrupps der Länder und des Bundes führen vom 7. Juni bis 15. Juli 2021 in der gesamten Bundesrepublik Vermessungen mit Hilfe der Satellitennavigationssysteme GPS, Glonass und Galileo durch, teilweise nachts und an den Wochenenden. Das Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung ist mit sechs Messtrupps (insgesamt 18 Mitarbeiter) und zwölf Fahrzeugen dabei. Im südlichen Teil Deutschlands werden die Arbeiten durch die Taskforce Süd von München aus betreut. Ein Hygienekonzept ermöglicht die Durchführung auch unter Pandemiebedingungen.

Mit dieser umfassenden Vermessungsaktion wird das im Jahr 2008 erstmalig in Deutschland geschaffene hochgenaue Grundlagennetz überprüft und aktualisiert. Es dient für vielfältige Aufgaben in der Vermessung und für andere Forschungsgebiete, zum Beispiel autonomes Fahren, Klimawandel, Hochwasserschutz, Geodynamik (Veränderungen von Alpen und Küsten) und Oberflächendeformationen durch menschliche Eingriffe (Straßen- und Wasserbau, Bergbau).

Diese Messkampagne steht in der Tradition der trigonometrischen Netzmessungen seit dem frühen 19. Jahrhundert. Was damals Jahrzehnte dauerte, lässt sich heute jedoch dank der Satelliten in wenigen Wochen mit einer deutlich höheren Genauigkeit realisieren. Und noch etwas hat sich geändert: Früher legte man die vermessungstechnischen Grundlagen ausschließlich für das eigene Staatsgebiet fest. Heute ist es dank der Satellitentechnik möglich, ein Koordinatensystem zu nutzen, dessen Ursprung im Mittelpunkt der Erde liegt. So lassen sich europa- und weltweit einheitliche Koordinaten festlegen und die Grundlagen aller Länder leicht miteinander vernetzen. Wenn die Vermessungstrupps ihre Messungen Mitte Juli beendet haben, beginnt die Folgearbeit. Die gesammelten Daten müssen dann mittels Hochleistungscomputer ausgewertet werden. Am Ende stehen hochgenaue Koordinaten in geographischer Breite, Länge und Höhe zur Verfügung, die neues Forschungsmaterial bieten und neue Erkenntnisse für unterschiedlichste Themengebiete liefern werden.

Weitere Informationen unter www.ldbv.bayern.de

3624 - Start der GNSS-Kampagne 2021
PR/as
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Geo-ITGeodäsieGeoinformationGeoGeoinformatikGIGNSSBundesamt für Kartographie und GeodäsieBKG