Kein Raum für die Erneuerbaren? GIS hilft bei der Suche! - Erneuerbare Energien

Stephan Bosch, Gerd Peyke

Mittels GIS ist es nicht nur möglich, den Erneuerbaren Energien energetisch hochwertige Flächen zuzuweisen und regionale Speicheroptionen für den Regenerativstrom aufzuzeigen. Vielmehr eignen sich GIS hervorragend zur Beschleunigung von Entscheidungsprozessen, indem sich alternative Standortentscheidungen sowie deren Folgewirkungen auf konkurrierende Flächennutzungen schnell visualisieren lassen. Darüber hinaus gibt es mittlerweile innovative GIS-gestützte Methoden, um den Ausbau von Windkraft-, Solar- und Biomasseanlagen auf ökologisch sowie sozial sensiblen Standorten einzudämmen. Damit lässt sich langfristig die Akzeptanz eines regenerativen Energiesystems erhöhen. Speziell auf lokaler Ebene kann der Einsatz von GIS zur Versachlichung emotional geführter Auseinandersetzungen um das optimale Ausmaß des Ausbaus von Erneuerbaren Energien dienen. Ihnen kommt damit eine bedeutende Rolle hinsichtlich der Erarbeitung von nachhaltigen Energiekonzepten im ländlichen Raum zu.

 

Artikelauszug / Extract: 

Der atomare Gau im japanischen Kraftwerk Fukushima hat die Bundesregierung zu einer Überarbeitung des erst im Herbst 2010 veröffentlichten Energiekonzepts veranlasst. Ziel ist es nun, bereits im Jahr 2022 aus der Kernenergienutzung auszusteigen und dementsprechend den Ausbau von Erneuerbaren Energien zu forcieren. Diese neue energiestrategische Ausrichtung Deutschlands wird von einem Großteil der Bevölkerung nicht nur befürwortet, sondern sogar vehement gefordert. Nicht zuletzt haben die Landtagswahlen in Baden-Württemberg gezeigt, dass, angesichts der neuen Bewertung des Restrisikos der Kernspaltung, die ursprünglich festgesetzten Laufzeitverlängerungen nicht mehrheitsfähig sind. Über das optimale Ausmaß des Ausbaus von Erneuerbaren Energien wird derzeit noch kontrovers diskutiert. Während Vertreter der regenerativen Energien eine gesetzliche Besserstellung der Branche im Rahmen der Überarbeitung des EEG 2012 fordern, warnen Naturschutzverbände und Heimatpflegevereine vor einer überdimensionierten Technisierung der Kulturlandschaft. Es stellt sich die Frage, in welchem Maße GIS hierbei zu einer Verringerung von Zielkonflikten beitragen können!

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