KANALKATASTERMANAGEMENT IM WANDEL DER ZEIT – INSPIRE-KONFORM

Dagmar Hofmann

Nach § 61 des deutschen Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) sind bis spätestens 2015 periodisch alle öffentlichen und privaten Schmutzwasserkanäle auf Dichtigkeit zu prüfen. Im Zuge detaillierter Untersuchungen wurde offensichtlich, dass viele Kommunen in Deutschland ihre Bestandsdokumentationen nicht oder nur sehr fragmentiert in digitaler Form vorliegen haben.
Selbst die Papierdokumentation ist in vielen Fällen unvollständig und/oder inkonsistent. Diese Situation hat zur Folge, dass jegliche anstehende Untersuchung, Prüfung oder Aktualisierung von Dokumentation mit erheblichem wiederkehrend zeitlichem und wirtschaftlichem Mehraufwand einhergeht. Gilt es Kataster neu anzulegen oder existierende zu ertüchtigen, soll der Schwerpunkt der Aktivitäten der Interoperabilität gewidmet werden.
Interoperabilität von Datenbanken ist der zentrale Schlüssel zum Erfolg effizienter Nachfolgeaktivitäten wie Kamerauntersuchungen, bauliche und hydraulische Bewertungen, resultierenden Konzepten für die Sanierung und Entwässerungsplanung sowie allgemeiner
interdisziplinärer Planungen. Multilaterale Datensynchronisation stellt den Nutzern zu jeder Zeit aktualisierte und ganzheitliche Information zur Verfügung. Zukunftsorientierte interoperable Bestandskataster sollen die fundamentalen Grundstrukturen von INSPIRE abbilden.
INSPIRE ist eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rats vom 14. März 2007 zur „Schaffung einer Geodateninfrastruktur in der Europäischen Gemeinschaft“. Dem INSPIRE-Zeitplan zufolge wurden die Vorgaben für die Themen Anhänge II & III, auf die diese neu entwickelte Katasterstruktur als „Leitfaden zur Schaffung einer Geodateninfrastruktur für kommunale Abwässer in der Europäischen Gemeinschaft“ aufbaut und Anwendung finden soll, im Dezember 2012 fertiggestellt und freigegeben.
Ziel dieser Entwicklungsarbeit ist es, ein Datenmodell sowie einen Standardisierungsansatz für die Entwicklung und Erstellung eines Katasters kommunaler Netzwerke für Ab- und  Niederschlagswässer nach den veröffentlichten Anforderungen von INSPIRE – Thema
Anhang III Punkt 6 – Versorgungswirtschaft und staatliche Dienste – bereitzustellen. Darüber hinaus soll diese Studie aufzeigen, dass bereits beachtliche wirtschaftliche Effizienzgewinne auf Basis der aktuell verfügbaren Geodateninfrastruktur (GDI) zu verzeichnen sind, die es erlaubt, „Geodaten“ mit niedrigem Aufwand interdisziplinär abzurufen und auszutauschen – interoperabel und standardisiert.

Schlüsselwörter: INSPIRE, Geodateninfrastruktur (GDI) kommunal, Kanalkatastermanagement

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