RÄUMLICH-ZEITLICHES DATENMANAGEMENT AM FALLBEISPIEL KULTURHISTORISCHER ANALYSE DER TOURISTISCHEN ENTWICKLUNG IN ANDERMATT (CH)

Susanne Bleisch,Silvia Scheuerer

Am Fallbeispiel des Bergdorfs Andermatt in den Schweizer Alpen wird aufgezeigt, wie eine geeignete räumlichzeitliche Datenbankstruktur mit ihren Ordnungsprinzipien Raum und Zeit die kulturhistorische Analyse der touristischen Entwicklung zu unterstützen vermag. Ziel des Projekts ist die Entwicklung von übertragbaren Methoden und Prozessen für Erfassung, Ablage, Auswertung und Visualisierung von historischen Daten für mikrohistorische Studien und Projekte. Die traditionellen geschichtswissenschaftlichen Arbeitsmethoden, die meist auf einer zeitlich-thematischen Ordnung basieren, werden um eine thematisch inspirierte raumbasierte Ordnungsstruktur ergänzt, in der alle Informationen in Bezug zu verorteten Objekten abgelegt werden. Die Datenerfassung historischer Forschung in mikrohistorischem Kontext ist meist aufwendige Detailarbeit. Daher kommt der automatischen Erfassung eines datierten Geodatengrundstocks aus historischen Luftbildern eine große Bedeutung zu. Darauf basierend ist eine Vielzahl von Visualisierungen von räumlichen, zeitlichen und thematischen  Datenbankabfragen zur Erkundung der erfassten Daten möglich. Ein wichtiger Aspekt eines interdisziplinären Forschungsprojekts ist das Aufbrechen der disziplinären Diskurse, das gegenseitige Interesse und das gemeinsame Ausloten praktikabler Lösungsansätze. Neben der intensiven Diskussion bedingt eine produktive Arbeit aber eine Beschäftigung der Disziplinen mit ihrer Kernkompetenz.

Schlüsselwörter: Räumlich-zeitliches Datenmanagement, historische Tourismusforschung, automatische Informationsextraktion aus Luftbildern,
Geoinformatik für mikrohistorische Fallstudien

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