In interaktiven Systemen kommt der Benutzungsschnittstelle eine zentrale Rolle zu. Sie muss dem Benutzer Informationen in geeigneter Form präsentieren und Möglichkeiten zur Interaktion mit dem System und den verwendeten Daten zur Verfügung stellen.
Mixed Reality (MR), die Verknüpfung von Computer generierter Information mit realen Umgebungselementen, stellt dabei ein vielversprechendes Interaktionsparadigma für Aufgaben außerhalb des klassischen Bürobereiches dar. In diesem Beitrag werden die vielfältigen Verknüpfungen zwischen MR Interaktionstechniken und der Geoinformatik aufgezeigt. So wird zum einen erörtert wie sich MR Techniken für viele in der Geoinformatik auftretende Interaktionsaufgaben nutzen lassen. Zum anderen wird kurz dargestellt, wie existierende Algorithmen und Verfahren aus der Geoinformatik genutzt werden können, um größere MR Anwendungen praktisch umzusetzen.
Artikelauszug / Extract:
Als grundlegendes Interaktionsparadigma für die Gestaltung von Benutzungsschnittstellen hat sich heute in vielen Anwendungsbereichen die grafische Oberfläche durchgesetzt. Nach den wesentlichen Elementen werden diese Benutzungsschnittstellen oft auch als WIMP (Windows, Icons, Menues, Pointer) Oberflächen bezeichnet. Während das WIMP Konzept ursprünglich für den Einsatz in Büroanwendungen entwickelt wurde, wird es heute in den verschiedensten PC basierten Anwendungen genutzt (Shneiderman, 2004). Die speziellen Eigenschaften und Charakteristika der zugrundeliegenden Daten werden dabei nicht weiter betrachtet. Insbesondere bei der Interaktion mit räumlichen (d.h. raum- , orts- oder objektbezogenen) Daten und im mobilen Einsatz ergeben sich dadurch oftmals Schwierigkeiten (van Dam et al., 1994). Aktuelle Arbeiten im Bereich der Benutzungsschnittstellen versuchen durch die Verknüpfung von Informationen mit realen Orten und Objekten die Benutzbarkeit solcher Anwendungen zu verbessern.