Einsatzmöglichkeiten GIS-basierter Notfallkataster

Thomas Krafft, Axel Kortevoß, Alexandra Ziemann, Tim Tenelsen

Geographische Informationssysteme bieten in Verbindung mit automatisch georeferenzierten rettungsdienstlichen Daten eine wichtige Informationsquelle und Analysemöglichkeit nicht nur für die klassische Routenoptimierung in der Notfallversorgung. Die in mehrjähriger Forschungskooperation mit Rettungsdienstsystemen in Deutschland, den USA und Spanien durchgeführten Machbarkeitsstudien belegen die Eignung GIS-basierter Notfallkataster für verschiedene Einsatzgebiete: (a) für die Bewertung der Leistungsfähigkeit und des Optimierungspotentials rettungsdienstlicher Systeme, (b) bei der Analyse von demographischen und sozio-ökonomischen Faktoren, die die Nachfrage nach notfallmedizinischen Leistungen erheblich beeinflussen und (c) für den Aufbau von Gesundheitsberichtserstattungs- und Frühwarnsystemen.

 

Artikelauszug / Extract:

Geographische Informationssysteme (GIS) sind wichtige Hilfsinstrumente für die Planung und Steuerung von Rettungsdienstsystemen. Insbesondere bei der Überwachung und Lenkung rettungsdienstlicher Einsätze gewinnen sie weiter an Bedeutung. Neben der Nutzung von Navigationslösungen in den Einsatzfahrzeugen werden zunehmend auch die Einsatzleitsysteme mit Modulen zur Verarbeitung georeferenzierter Daten ausgestattet. Zum Leistungsumfang der Kommunikationstechnologie in den Rettungsleiststellen gehört häufig bereits eine automatische Anruferidentifizierung auf der Notrufleitung 112. Für die Umsetzung der europäischen Vorgabe zur Lokalisierung von Unfallorten über die automatische Notruffunktion (eCall) werden zukünftig in allen Rettungsleitstellen entsprechende Systemlösungen integriert werden müssen. Diese Entwicklung eröffnet neue bzw. weitergehende Anwendungsmöglichkeiten für GIS.

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