Schwereregistrierungen mit dem Micro-g LaCoste gPhone-98 und dem ZLS Burris Gravity Meter B-64

Manuel Schilling, Olga Gitlein

Für Aufzeichnungen über längere Zeiträume sind Federgravimeter − z. B. im Vergleich zu Supraleitgravimetern − die flexibelste, technisch einfachere und vergleichsweise wirtschaftlichste Lösung, unterliegen aber dem Nachteil der Drift. Wir untersuchen die Genauigkeiten des Micro-g LaCoste gPhone-98 (g-98) und ZLS Burris Gravity Meter B-64 (B-64) des Instituts für Erdmessung (IfE).
Mit beiden Instrumenten wurden Registrierungen über mehrere Monate auf verschiedenen Stationen mit hohen und niedrigen seismischen Störungen durchgeführt. Das g-98 und das B-64 haben dabei gleichzeitig an einer Station aufgezeichnet. Untersucht wird zudem eine parallele Registrierung des B-64 mit dem Supraleitgravimeter GWR Instruments OSG-054 in Onsala (Schweden). Die Gezeitenanalyse der Datenreihen dieser beiden Instrumente zeigt, dass die Gezeitenparameter der ganztägigen und halbtägigen Gezeiten mit 0,3 ‰ (O1, K1, M2) bis 1,7 ‰ (S2) übereinstimmen. Sowohl für das g-98 als auch das B-64 wurde eine Stabilität des linearen Eichfaktors von 3 · 10 – 4 ermittelt.
Im Allgemeinen verhält sich die Drift eines gPhones nach einer gewissen Einlaufphase linear. Der Betrag und die Variation der Drift des g-98 nahmen im Nutzungszeitraum
nach jedem Standortwechsel ab und liegen derzeit bei etwa 90 nm/s2 pro Tag. Im Gegensatz dazu zeigt das B-64 derzeit ein nicht-lineares Verhalten.

Schlüsselwörter: Schwereregistrierung, Gezeitenanalyse, gPhone, ZLS Burris, Genauigkeitsuntersuchung

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