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24.01.2022 Vermessung

Mondsee: Wasserqualität im Lot?

Um die Qualität der Wasserqualität des Mondsees zu überprüfen, wurde eine GNSS-Lösung von PPM zur Vermessung eingesetzt.

Zum ersten Mal seit mehr als 100 Jahren wurde der Untergrund des Mondsees im österreichischen Salzkammergut neu vermessen, um die Wasserqualität zu überprüfen. Den Anlass dafür gab die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Eine Kombination aus Fächer-Echolot und einer GNSS-Lösung der PPM GmbH lieferte hochgenaue Messdaten.

Wasserqualität des Mondsees überprüfen

Die Systema GmbH nutzte für die Messungen ein Boot mit einer speziellen Vorrichtung: Für die flächendeckende Kartographierung des Sees war unter der Wasserlinie ein Multi-Beam-Echolot angebracht. Über dem Echolot befand sich ein GNSS-Empfänger, der die gemessenen Tiefen einer exakten geografischen Position zuordnete.

Ein Echolot sei im Prinzip nichts anderes als ein hochgenauer Zeitmesser. Die Zeit zwischen der Aussendung des Signals und dem Empfang des Echos bestimme die Entfernung des Gerätes vom Untergrund, erklärt Sascha Pall, Biologie und Informatiker bei Systema GmbH. Verschiedene Faktoren haben Einfluss auf die Messungen, beispielsweise die Wassertemperatur. Besonders wichtig ist es aber, die genaue Position des Bootes zu kennen, denn die hochgenauen Messdaten des Echolots werden hierauf bezogen. Außerdem ist die Kompensation von Einflussfaktoren wie zum Beispiel Wellengang und Wind, welche die Lage des Bootes permanent ändern, unerlässlich. Ohne einen Ausgleich der daraus resultierenden Kippbewegungen erhält man falsche Daten.

Die PPM GmbH lieferte mit dem „Novatel PwrPak7D-E1“ einen GNSS Empfänger, der mit dieser Herausforderung umgehen konnte. Das Gerät ist mit zwei GNSS-Einheiten ausgestattet und kann somit nicht nur die Position, sondern auch das Heading (Nordrichtung) und Neigungskomponenten ermitteln. Zusätzlich ist eine Epson G320N Mems Imu integriert. Die hochintegrierte Kopplung dieser beiden technischen Einheiten sorgt dafür, dass die Nick- und Rollbewegungen des Bootes erfasst und automatisch korrigiert werden.

Besonders wertvoll war für die Systema GmbH auch der PPM Commander. Dabei handelt es sich um eine Software, die für die nahtlose Integration der Messdaten in nahezu jede Anwendungssoftware geeignet ist. Durch die Verwendung von Korrekturdaten für die GNSS Messungen von Eposa, konnten gleichzeitig sowohl UTM-, als auch Gauß-Krüger-Koordinaten erfasst werden. Die gewonnenen Daten konnten somit ohne aufwendige Transformationen beziehungsweise Projektionen sofort weiterverarbeitet werden.

Die Seegrundvermessung war die erste seit über 100 Jahren und wurde für die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtline (WRRL) durchgeführt. Diese Richtlinie wurde im Jahr 2000 auf den Weg gebracht und verfolgt das Ziel, alle Flüsse, Seen, Grundwässer und Küstengewässer bis 2027 in einen „guten ökologischen Zustand“ zu überführen. Alle stehenden Gewässer in Europa mit einer Größe von über 50 ha müssen laut WRRL regelmäßig auf ihre Qualität hin untersucht werden. Die Ergebnisse werden nach einem Schulnotensystem von 1-5 klassifiziert. Erhält ein Gewässer eine schlechtere Note als 2 (gut), dann muss es einem Management unterzogen werden.

Eine wichtige Grundlage zur Zustandsbestimmung eines Gewässers ist unter anderem die Kenntnis dessen Morphometrie, dazu gehören beispielsweise die Fläche und das Volumen. Mit Hilfe dieser Angaben lässt sich dann zum Beispiel die Retentionszeit ermitteln, also die Zeit, die das Wasser in einem See benötigt, bis es völlig ausgetauscht ist. Die Systema GmbH ist das einzige Unternehmen in Österreich, das neben den genannten Parametern auch noch die vorhandenen Wasserpflanzen in den Gewässern mittels Fächer-Echolot systematisch erfasst.

Mit der Lösung der PPM GmbH sei m an rundum zufrieden, sagt Pall. Die Vielseitigkeit der Einsatzmöglichkeiten, die Flexibilität sowie der Service habe sie wieder einmal überzeugt.

Weitere Informationen unter www.ppmgmbh.com

3849 - Mondsee: Wasserqualität im Lot?
PR/as
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