Das Netzwerk soll helfen, wichtige Informationen zum Beispiel über Wasserstände, Baumgesundheit und lokale Klimaentwicklung zu gewinnen und so Maßnahmen für mehr Resilienz und Lebensqualität in der Stadt zu ermöglichen.
Vielfalt der Sensorik: Ein Blick auf das bestehende Netz
- Pegelsensoren: Entlang der Flüte am Kiessee in der Göttinger Südstadt wurden Sensoren installiert, um Pegelstände zu erfassen und die Entwicklung bei Starkregenereignissen besser einschätzen zu können. An derzeit zwölf Messstellen wird außerdem der Grundwasserpegel automatisiert und tagesaktuell erfasst. So kann beobachtet werden, wie sich die Pegel im Jahresverlauf oder bei Extremwetterlagen verändern.
- Sensoren zur Baumgesundheit: Sensoren im Wurzelbereich und sogenannten Dendrometer an den Stämmen liefern Daten zur Bodenfeuchte in verschiedenen Tiefen sowie zur Vitalität der Bäume. Diese Informationen sollen zukünftig helfen, den Wasserbedarf präziser einzuschätzen und besonders die Pflege von Jungbäumen zielgerichtet anzupassen.
- Wettersensoren: An ausgewählten Standorten werden Klima- und Wettersensoren eingesetzt, die Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind und Niederschlag erfassen, das Messnetz soll bedarfsorientiert erweitert werden.
- Sensoren zur Übermittlung von Verbrauchsdaten: Die Stadtwerke Göttingen setzen im Wärme- und Wasserbereich moderne Zähler ein, die ihre Messwerte automatisiert und verschlüsselt über das LoRaWAN-Funknetz übertragen. Dadurch entfällt die manuelle Ablesung. Die Datenpakete sind technisch gesichert und nicht mit personenbezogenen Informationen verknüpft. Kundinnen und Kunden, bei denen solche Zähler eingebaut werden, erhalten im Vorfeld gesonderte Informationen.
Im Rahmen der Projekte besteht eine enge Kooperation zwischen der Stadt Göttingen, der Stadtwerke Göttingen AG und der EAM GmbH & Co. KG. Die Stadtwerke Göttingen stellen das Funknetz bereit, über das die Sensoren ihre Daten versenden. Die Masten der Straßenbeleuchtung der EAM bieten in vielen Fällen die Möglichkeit, Sensoren an schon bestehender Infrastruktur zu installieren, um somit optisch so wenig wie möglich zu stören.
Zusammenarbeit mit der Wissenschaft
Bei einzelnen Sensorprojekten arbeitet die Stadt eng mit Forschungseinrichtungen zusammen. Die Forschenden unterstützen mit wissenschaftlicher Expertise, etwa in Bodenforschung, Hydrologie und Klimabeobachtung. Durch diese Kooperationen können Messmethoden weiterentwickelt, Daten fachlich eingeordnet und gemeinsame Pilotprojekte realisiert werden.
Ausblick: Weitere Verdichtung des Netzes
Das Sensoriknetz soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Geplant ist beispielsweise die Installation zusätzlicher Wettersensoren und weiterer Umweltmesspunkte mit dem Ziel einer feineren Datenbasis.
Warum das Ganze? Die Nutzen für Stadt und Menschen:
- Klimaanpassung: Präzise Umweltmesswerte ermöglichen ein besseres Reagieren auf Hitze, Trockenheit oder Starkregen und unterstützen die Planung von Maßnahmen zur Klimaanpassung
- Grünpflege: Daten zur Bodenfeuchte und Baumgesundheit helfen, Ressourcen wie Wasser effizient einzusetzen.
- Risikomanagement: Frühzeitige Messwerte unterstützen beispielsweise die Einschätzung von Überflutungsgefahren und anderen Wetterrisiken.
- Wissenschaft und Stadtplanung: Die Daten sollen künftig in Forschung, Analysen und langfristige Planungsprozesse einfließen.
Datenschutz und Datenverantwortung
Die Stadt Göttingen stellt sicher, dass über das Sensoriknetz ausschließlich umweltbezogene Daten erhoben werden. Personenbezogene Informationen werden nicht erfasst. Die Sensoren dienen der Beobachtung von Umweltfaktoren – nicht der Überwachung von Menschen. Bei ausgewählten Projekten ist vorgesehen, Messdaten öffentlich zur Verfügung zu stellen, um Transparenz zu schaffen und Forschung sowie Innovation zu unterstützen.
Weitere Informationen unter www.goettingen.de