„Wir tendieren dazu, alltägliche Risiken zu unterschätzen“

Andreas Eicher

Die reale und die virtuelle Welt verschmelzen zusehends. In diesem Kontext sind valide Informationen die wichtigste Quelle der meisten wirtschaftlichen, privaten und staatlichen Aktivitäten – von Warenströmen und dem Einkaufsverhalten über Sportaktivitäten und Kontaktbörsen bis zu Kriminalitätsbrennpunkten und Fahndungsaufrufen. Interessant ist in diesem Zusammenhang seit Jahren die Frage: Wer tut was und wann? Unter dem Stichwort „Location Intelligence“ kommt eine neue Dimension ins Spiel, die Rauminformation. Und damit gewinnt das „Wo“ an Bedeutung. gis.Business sprach mit Dr. Roland Franz Erben, Professor für BWL im Studiengang „Wirtschaftspsychologie“ an der Hochschule für Technik (HFT) in Stuttgart, über die Chancen und Risiken im Umgang mit Datenströmen im Big-Data- Format.

Artikelauszug / Extract:

Haben wir in unserer digitalen und vernetzten Welt nicht längst die Schwelle zu George Orwells „1984“ überschritten, bei dem auf Schritt und Tritt jeder Handgriff, jede Bewegung und jede Kaufentscheidung in einer Überwachungs-Blackbox landet? Einerseits ja, da sich das Erfassen der Daten und Aktivitäten nicht mehr auf das „Was?“ beschränkt, sondern das „Wo?“ berücksichtigt. Und dieses „Wo?“ kann ganz entscheidend für die Bewertung des „Was?“ sein: Beispielsweise macht es einen großen Unterschied, ob ich eine Flasche Champagner in einem 5-Sterne-Restaurant bestelle oder in einem Rotlicht-Etablissement. Andererseits nein, da jeder Einzelne, ganz im Gegensatz zu Orwells Vision, zumindest noch entscheiden kann, ob beziehungsweise welche Daten er mit dem „Großen Bruder“ teilt. Um beim Bild zu bleiben: Der „Televisor“ läuft nicht ständig, sondern ich selbst kann entscheiden, wann ich ihn an- und ausschalte.

 

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