Hohe Kosten für Geodaten bedeuten Vollbremsung für die Wirtschaft - Interview Jörg Reichling

Monika Rech

Der deutsche Geobusiness-Motor stottert. Geodaten sind nur schwer zugänglich, und wenn, dann machen zig verschiedene Preis- und Lizenzbedingungen dem Möchtegern-Nutzer das Leben schwer. Die Kommission für Geoinformationswirtschaft arbeitet an einheitlichen Nutzungsbedingungen und fairen Preisen für öffentliche Geodaten, um die Wertschöpfungspotenziale der Geoinformationswirtschaft zu fördern. Sie tritt für eine Open Data Policy ein, die die allgemeine Verfügbarkeit von öffentlichen Geodaten zum Ziel hat.

 

Artikelauszug / Extract:

GIS .BUSINESS: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat jüngst eine Studie mit dem Titel „Die Europäische Gesetzgebung als Motor für das deutsche GeoBusiness“ herausgegeben. Ist Europa mit der EUGesetzgebung Schrittmacher für das deutsche Geobusiness? 

Dr. Jörg Reichling: Ein klares Ja. Inspire und die nationale Umsetzung der Richtlinie sind der juristische Hebel, um ungehindert auf staatliche Geoinformationen zugreifen zu können. Und zugreifen bedeutet für die Wirtschaft im ersten Schritt anschauen und im nächsten natürlich downloaden und weiterverarbeiten. Das Geodatenzugangsgesetz, beziehungsweise dessen Umsetzung in den Ländern als Konsequenz aus Inspire, regelt den Zugang zu Geodaten in Deutschland. Danach hat die Wirtschaft das Recht auf Bereitstellung von Geoinformationen. Mit dieser Regelung kann man schon sehr zufrieden sein. Neben den Geodatenzugangsgesetzen des Bundes und der Länder bestehen aber weiterhin zahlreiche Gesetze, wie etwa zum Denkmalschutz, zur Vermessung oder zu Bodenschätzen, die den Zugang zu Geofachdaten speziell regeln. Für die Wirtschaft ist es nach wie vor und trotz europäischer Gesetzgebung ausgesprochen schwer, zu wirtschaftsorientierten Bedingungen an Geodaten zu kommen.

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