Innovative Bohrlochvermessung durch Trägheitsnavigation

Paul Pandrea, Henry Knitsch, Christian van der Put, GeTec Ingenieurgesellschaft mbH

Die überwiegende Mehrheit aller Verfahren in der Geotechnik setzt voraus, dass Bohrungen in den Untergrund abgeteuft werden. Mit der stetigen Ausweitung der Anwendungsgrenzen der Verfahren steigt auch die Länge der Bohrungen an. Gleichzeitig spielt die Lagegenauigkeit der Bohrungen dabei eine große Rolle für den Erfolg und die Qualität der in und aus diesen Bohrungen heraus hergestellten geotechnischen Produkte. Die zugesicherte Qualität lässt sich bei zu großen Abweichungen nicht realisieren, und es können sogar Schäden auftreten. Um diese Abweichungen zu überwachen, werden Bohrlochvermessungssysteme benötigt, die große Genauigkeit mit einer einfachen Handhabung und Robustheit kombinieren. Die Trägheitsnavigation bietet dabei den großen Vorteil, dass sie auf Grund der angewendeten physikalischen Prinzipien in der Lage ist, eine direkte relative 3D-Lagevermessung (und Lagesteuerung) zu ermöglichen, wie sie in der See-, Luft- und Raumfahrt seit langer Zeit angewendet wird. Der effektiven Übertragung dieser Technik auf die Bohrlochvermessung stand jedoch lange Zeit ein wesentliches Problem im Wege: Die bei konventionellen Systemen im Vergleich zu üblichen Bohrlochdurchmessern großen Systemabmessungen. Durch den Einsatz der MEMS-Technologie (Micro Electro Mechanical Sensor) konnte dieses Problem jedoch gelöst werden, so dass heute ein System für den Einsatz in kleinkalibrigen Bohrungen zur Verfügung steht.

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