Am 3. Juli 2026 unterzeichneten das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Land Berlin eine Kooperationsrahmenvereinbarung, um ihre Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheitsforschung und des Wissensaustauschs langfristig auszubauen. Ziel der Partnerschaft ist es, innovative Technologien gemeinsam mit den Berliner Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben praxisnah zu entwickeln, zu erproben und in den operativen Einsatz zu überführen. Erste Schwerpunkte der Zusammenarbeit liegen im Bereich luftgestützte Echtzeitlagebilder sowie die behördenübergreifende Nutzung von unbemannten Flugsystemen (UAS) als Einsatzunterstützungsmittel.
„Die Anforderungen an die Sicherheitsbehörden werden immer komplexer. Mit unserer Expertise in der Entwicklung luftgestützter Sensorsysteme und intelligenter Auswerteverfahren möchten wir dazu beitragen, öffentliche Stakeholder und Sicherheitsbehörden künftig noch besser bei der Bewältigung anspruchsvoller Einsatzlagen zu unterstützen. Die enge Zusammenarbeit und der Wissensaustausch mit den Anwendern ist dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor“, sagt Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorsitzende des DLR-Vorstands.
Berlin steht als Hauptstadt mit Regierungssitz, diplomatischen Vertretungen, Kritischen Infrastrukturen sowie zahlreichen Großveranstaltungen vor besonderen sicherheitsrelevanten Herausforderungen. Innovative Technologien können Einsatzkräfte dabei unterstützen, komplexe Lagen schneller zu erfassen, Entscheidungen fundierter zu treffen und Einsätze effizient zu koordinieren.
„Mit dieser Kooperation gehen wir einen weiteren Schritt zur Nutzung innovativer Sicherheitstechnologien. Das zeigt, dass wir fortschrittliche Lösungen für die öffentliche Sicherheit in Berlin nicht nur planen, sondern ganz konkret einsetzen. Dazu entwickeln wir Zukunftstechnologien gemeinsam mit den Behörden und Organisationen für Sicherheitsaufgaben und integrieren sie in die bestehenden Systeme und Konzepte. Das erlaubt es uns, Einsatz- und Rettungskräfte sowie Einsatzmittel strategischer und vor allem effizienter einzusetzen“, erklärt Iris Spranger, Senatorin für Inneres und Sport des Landes Berlin.
DLR-Forschung in praktischer Anwendung
Die Kooperation verbindet die wissenschaftliche und technologische Expertise des DLR mit den praktischen Anforderungen der Berliner Sicherheitsbehörden. Im Mittelpunkt steht zunächst die Weiterentwicklung und Erprobung luftgestützter Echtzeit-Lagebilder auf Basis der vom DLR entwickelten Modular Aerial Camera Systems (MACS). Diese Technologie ermöglicht hochauflösende Luftbildaufnahmen und deren nahezu verzögerungsfreie Bereitstellung für Einsatzleitungen.
Die Systeme und Verfahren wurden bereits in verschiedenen Forschungsprojekten sowie bei operativen Einsätzen erfolgreich eingesetzt – unter anderem während der Uefa Euro 2024 in Zusammenarbeit mit der Berliner Feuerwehr. Die dabei gewonnenen Erfahrungen bilden eine wichtige Grundlage für die nun vereinbarte strategische Zusammenarbeit.
Ein weiterer Schwerpunkt der Kooperation wird die effektive und behördenübergreifende Nutzung von unbemannten Flugsystemen (UAS) als Einsatzunterstützungsmittel sein. Das schließt sowohl technologische als auch operative Aspekte ein. Auch hier hat das DLR umfangreiche Expertise und Erfahrung, die gemeinsam mit den Berliner Behörden genutzt werden soll.
Gemeinsam neue Technologien bedarfsorientiert weiterentwickeln
Die Kooperation erfolgt insbesondere im Innovation Lab Optsal (Optical Technologies for Situational Awareness Lab) des DLR-Instituts für Weltraumforschung. Dort werden Technologien gemeinsam mit Anwendern sowie Industriepartnern weiterentwickelt und für den Transfer in Produkte und operative Anwendungen vorbereitet.
Im Rahmen der Vereinbarung arbeiten das DLR und die Senatsverwaltung für Inneres und Sport eng mit der Berliner Polizei und der Berliner Feuerwehr zusammen. Gemeinsam werden neue Technologien bedarfsorientiert entwickelt, getestet und kontinuierlich weiterentwickelt. Perspektivisch soll die Kooperation auf weitere Forschungsfelder und Anwendungsbereiche ausgeweitet werden.
Weitere Informationen unter www.dlr.de