Deutschland und Frankreich vertiefen ihre Zusammenarbeit im Bereich digitaler Zukunftstechnologien: Vertreter beider Länder unterzeichneten ein Memorandum of Understanding (MoU) zur grenzüberschreitenden Kooperation im Bereich „digitaler Zwilling“. Ziel ist es, die Nutzung digitaler Abbilder der realen Welt für Anwendungen wie Bevölkerungsschutz, Raumplanung und Umweltmanagement gemeinsam voranzutreiben.
Deutschland und Frankreich arbeiten beim digitalen Zwilling zusammen
Die Vereinbarung wurde auf deutscher Seite durch das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG), vertreten durch Präsident Prof. Dr. Paul Becker, und auf französischer Seite durch das Institut national de l’information géographique et forestière (IGN), vertreten durch Generaldirektor Sébastien Soriano, geschlossen. Die Unterzeichnung erfolgte im Rahmen einer Sitzung des AGZ (Ausschuss für Grenzüberschreitende Zusammenarbeit) in der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz in Mainz.
Digitale Zwillinge ermöglichen es, komplexe Prozesse und Szenarien realitätsnah zu simulieren, vorauszuplanen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Sie basieren auf präzisen hochauflösenden Geodaten. Das BKG arbeitet bereits seit mehreren Jahren an der Entwicklung eines „digitalen Zwilling Deutschland – Digiz-DE“. Ein zentrales Anwendungsfeld ist unter anderem die Simulation von Starkregenereignissen, mit deren Hilfe überflutungsgefährdete Gebiete identifiziert und Schutzmaßnahmen effizient geplant werden können.
„Digitale Zwillinge sind weit mehr als nur digitale Abbilder. Sie sind Werkzeuge, die uns helfen, komplexe Zusammenhänge besser zu verstehen – sei es in der Stadtplanung, beim Hochwasserschutz oder beim Monitoring der Wälder“, betont Becker.
Da Naturereignisse wie Starkregen oder Hochwasser keine Rücksicht auf Verwaltungs- oder Landesgrenzen nehmen, ist eine enge internationale Zusammenarbeit erforderlich. Mit dem jetzt unterzeichneten Abkommen wollen Deutschland und Frankreich ihre jeweiligen Kompetenzen bündeln und eine engere Abstimmung bei der Entwicklung und Nutzung digitaler Zwillinge ermöglichen.
Das Memorandum of Understanding bildet die Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit. Die Beteiligten setzen auf gemeinsame Pilotprojekte, Austausch von Fachwissen und die Entwicklung interoperabler Daten- und Simulationsplattformen.
Weitere Informationen unter www.bkg.bund.de