Geotechnische und geodätische Messungen zur Überwachung und Steuerung eines großen Rohstofflagers auf breiig-weichem Schwemmland in Südamerika – Teil 1

Christian Moormann, Andreas Glockner

Auf einem rund 8 km2 großen Baufeld, einem Schwemmland in der Bucht von Sepetiba, 60 km südlich von Rio de Janeiro errichtet die ThyssenKrupp AG derzeit mit einem Investitionsvolumen von rund 4,5 Mrd. € ein neues, großes Stahlwerk mit zwei Hochöfen. Die tiefreichenden bindigen Sedimentböden breiiger bis weicher Konsistenz und ein in Höhe der Geländeoberfläche liegender Grundwasserspiegel sind für Anforderungen der Schwerindustrie denkbar ungünstig.

Für das ,Stock Yard’ genannte Rohstofflager, ausgedehnte Lagerflächen für Kohle und Erz, bei denen hohe Flächenlasten von bis zu 340 kN/ m2 direkt neben verformungssensiblen Kranbahnen auftreten, wurden daher umfangreiche Baugrundverbesserungsmaßnahmen mittels Vertikaldräns, Rüttelstopfverdichtung und geotextilummantelten Sand- und Schottersäulen konzipiert und durch gekoppelte numerische Berechnungen optimiert, die durch instrumentierte Testfelder verifiziert und fortgeschrieben wurden. Integraler Bestandteil des Bemessungskonzeptes aber auch des Betriebskonzeptes dieses Rohstofflagers ist die Anwendung der Beobachtungsmethode, also die messtechnische Überwachung der Verformungen und der Spannungen in den breiig-weichen Tonböden unter den raschen und variablen Auf- und Abhaldungsvorgängen.

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