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Datenwürfel für Umwelt und Sicherheit

Die Nato hat ein neues Projekt gestartet, das Analysen auf massiven Erddaten für grenzüberschreitende Sicherheit und den Umweltschutz nutzt.

Die raschen Umweltveränderungen infolge des Klimawandels erfordern innovative technologische Ansätze, daher startet die Nato ein Projekt für Sicherheit und Umweltschutz. Bei der multinationalen Auftaktsitzung in Brüssel wurden vielversprechende Lösungen zu komplexen Anwendungsfeldern vorgestellt.

Datenwürfel für Umwelt und Sicherheit

Der in diesem Jahr veröffentlichte sechste Zustandsbericht zum Klimawandel (IPCC) weist auf Veränderungen bei extremen Wetterereignissen wie Hitzewellen, Starkniederschlägen, Dürren und tropischen Wirbelstürmen hin. Solche Phänomene werden heutzutage monatlich registriert. „Cube4EnvSec“ ist ein neues mehrjähriges Nato-Projekt im Programm „Science for Peace and Security, SPS“, welches zeigt, wie effektiv Datenwürfel dazu beitragen können, umfassende Erkenntnisse aus großvolumigen Erddaten zu gewinnen. Datenwürfel unterstützen darin, natürliche und vom Menschen verursachte Bedrohungen jeglicher Art zu beobachten, wobei boden-, weltraum- und luftgestützte Quellen ad hoc und in Echtzeit miteinander kombiniert werden. „Cube4EnvSec“ sei ein hervorragendes Beispiel dafür, wie die Nato das beste Fachwissen und die besten Kenntnisse der wissenschaftlichen Gemeinschaft mobilisieren könne, um einen entscheidenden Beitrag zu leisten, so Dr. Jamie Shea, ehemaliger stellvertretender Generalsekretär für neue Sicherheitsherausforderungen in der Nato-Zentrale.

Eine Reihe relevanter praktischer Anwendungsfälle sollen diese Fähigkeiten demonstrieren. Die derzeitige Liste umfasst die Echtzeit-Datenfusion von Datenquellen an Bord von Flugzeugen und Schiffen mit groß angelegten Copernicus-Satellitenarchiven, Gewitterwarnungen für die Luftfahrt, den Schutz von Häfen sowie die Überwachung natürlicher Ressourcen über Grönland. Die neue Generation von hochauflösenden Bildern mit einer Auflösung von einem bis zehn Zentimetern ermögliche die Qualität und Genauigkeit von Verfahren, wie zum Beispiel die Analyse von Veränderungen bei Flugplätzen auf instabilem Untergrund (auftauender Permafrost), Hochwassersimulationen, Hafensicherheit im Falle des Anstiegs des Meeresspiegels oder des Risikos von Erdrutschen, fügt Oberstleutnant Rene Heise hinzu, ehemaliger Abteilungsleiter beim Nato Alliierten Kommando für Operationen und Mitglied des Globalen Militärischen Beirats zum Klimawandel.

Erddaten auswerten

Das Projekt nutzt die führende Datenwürfel-Technologie rasdaman für die gemeinsame Nutzung mächtiger Erddaten (Big Earth Data), mit besonderem Schwerpunkt auf der Unterstützung von Zeitreihen, standorttransparenter Föderation und dynamisch verteilter Datenfusion über feste und bewegliche Quellen. Ziel sei es, die Vorteile massiver raum-/zeitbezogener föderierter Datenwürfel zu erschließen und zu zeigen, wie sie zu einem besseren Verständnis unseres Planeten beitragen könnten, erklärt Projektkoordinator Dr. Peter Baumann, Professor für Informatik in Bremen, Deutschland.

Weitere Informationen unter https://c4se.org

3998 - Datenwürfel für Umwelt und Sicherheit
PR/as
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