Wissenschaft & Forschung, Öffentliche Geodaten & Verwaltung

Urbaner Digitaler Zwilling von Hamburg

Hamburg gründet das Zentrum Digitaler Zwilling, um die Stadtentwicklung datenbasiert, fachübergreifend und nachvollziehbar zu gestalten.

Hamburg gründet das Zentrum Digitaler Zwilling. Bild: Angela Pfeiffer / www.angelapfeiffer.de

Urbane Digitale Zwillinge sind digitale Abbilder der städtischen Realität. Sie verknüpfen Daten aus unterschiedlichen Quellen, machen Zusammenhänge sichtbar und ermöglichen Simulationen – etwa zu Verkehr, Lärm, Wind, Hochwasserschutz, Umwelt oder baulichen Entwicklungen. Hamburg nutzt Urbane Digitale Zwillinge, um Stadtentwicklung datenbasiert, fachübergreifend und nachvollziehbar zu gestalten – indem sie räumliche Veränderungen und Planungsvarianten verständlich visualisieren und so Beteiligungsprozesse unterstützen. Mit der Gründung des Zentrums Digitaler Zwilling und dem Start der Förderung erster Vorhaben bündelt Hamburg seine bestehenden Kompetenzen, baut diese weiter aus und stärkt damit die Rolle Hamburgs als Vorreiterin im Bereich Urbaner Digitaler Zwillinge.

Rolle Hamburgs als Vorreiterin im Bereich Urbaner Digitaler Zwillinge stärken

Jan Pörksen, Staatsrat und Chef der Senatskanzlei: „Für eine lebenswerte Stadt von morgen schaffen wir Wohnraum, organisieren Mobilität, passen die Stadt an den Klimawandel an und wollen zugleich lebenswerte Quartiere erhalten. Dafür braucht es eine Verwaltung, die datenbasiert, vernetzt und vorausschauend handelt. Das Zentrum Digitaler Zwilling und der Zwillingsfonds unterstützen uns dabei: Urbane Digitale Zwillinge liefern eine gemeinsame Datengrundlage, beschleunigen Abstimmungen und verbessern die Planungsqualität. Gleichzeitig machen sie städtische Planungen für die Bürgerinnen und Bürger transparenter und verständlicher.“

Ein praktisches Beispiel ist die Darstellung geplanter Bauvorhaben im 3D-Stadtmodell. Mit Anwendungen wie dem 3DProjektplaner, der von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen umgesetzt wurde, können Planungsvarianten visualisiert, mit Geodaten kombiniert und Auswirkungen wie Schattenwurf oder Sichtbeziehungen geprüft werden. Für Bürger ebenso wie für die Verwaltung bedeutet das: Planungen werden anschaulicher, Diskussionen konkreter und mögliche Konflikte können früher erkannt werden.

Zentrum Digitaler Zwilling koordiniert Strategie und Umsetzung

Hamburg betreibt nicht den einen zentralen Zwilling, sondern viele Fachzwillinge, beispielsweise für Stadtplanung, Umwelt, Mobilität und Hafen, mit gemeinsamen Daten, Standards und Schnittstellen. Der Digitale Zwilling Hamburg bildet den Rahmen für die gesamtstädtische Weiterentwicklung und Nutzung Urbaner Digitaler Zwillinge. Die Strategie und Koordination liegen beim 2026 gegründeten Zentrum Digitaler Zwilling (ZDZ) im Amt für IT und Digitalisierung der Senatskanzlei. Das ZDZ vernetzt Akteure innerhalb der Verwaltung, qualifiziert und berät Vorhaben und unterstützt die Entwicklung von Lösungen über den Zwillingsfonds. Die technische Federführung für den Digitalen Zwilling Hamburg liegt beim Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LGV).

Zwillingsfonds unterstützt erste Vorhaben

Mit dem Zwillingsfonds steht seit diesem Jahr erstmals ein zentrales Förderinstrument für Digitale Zwillinge innerhalb der Freien und Hansestadt Hamburg bereit. Gefördert werden Vorhaben von Fachbehörden, Landesbetrieben und öffentlichen Unternehmen, die bestehende Anwendungen weiterentwickeln oder neue Anwendungsfälle für Urbane Digitale Zwillinge erschließen. Im Mittelpunkt stehen Lösungen, die datenbasiert und fachübergreifend zu einer zukunftsfähigen, effizienten und bürgernahen Stadtentwicklung beitragen.

Weitere Informationen unter www.digitalerzwilling.hamburg.de

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