Wissenschaft & Forschung

Satellit Athene-1: gestartet

Das Nationales Raumfahrtkontrollzentrum GSOC des DLR steuert ein Experimentallabor im Orbit.

Am 1. Oktober 2026 startete die Falcon 9 in die erdnahe Umlaufbahn. Bild: SpaceX

Der Technologiedemonstrator Athene-1 wurde erfolgreich vom US-amerikanischen Weltraumbahnhof Vandenberg Space Force Base in Kalifornien gestartet. Der von der OHB-Tochter LuxSpace gemeinsam mit der Universität der Bundeswehr München entwickelte und gebaute Kleinsatellit hob im Rahmen der Transporter-18-Mission an Bord einer Falcon-9-Rakete von SpaceX ab und wurde planmäßig in eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht.

Gesteuert wird der Satellit vom Nationalen Raumfahrtkontrollzentrum (GSOC) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen. In Forschungsarbeiten des GSOC sollen unter anderem neue Betriebskonzepte zur weitergehenden Automatisierung erprobt werden. Zudem stellt das DLR zwei Instrumente an Bord des Satelliten bereit.

Athene-1 ist das zentrale Element des Forschungsprojekts SeRANIS (Seamless Radio Access Networks for Internet of Space), das von der Universität der Bundeswehr München geleitet und vom Zentrum für Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr gefördert wird. Ziel des Projekts ist es, innovative Technologien schneller von der Forschung in die praktische Anwendung zu überführen und deren Nutzen für zukünftige Weltraumfähigkeiten zu demonstrieren.

GSOC als zentrale Schnittstelle zwischen Satellit und Bodensegment

Mit dem erfolgreichen Start beginnt die operative Phase der Mission. Das GSOC stellt die erforderliche Bodeninfrastruktur für die Übertragung von Telemetriedaten, die Übermittlung von Befehlen sowie die Überwachung und Steuerung des Satelliten bereit.

Der knapp 300 Kilogramm schwere Satellit Athene-1 wird als Technologie- und Erprobungsplattform für insgesamt 15 wissenschaftliche Experimente dienen. Das DLR beteiligt sich mit dem Laserkommunikations-Terminal Cube1G sowie dem Instrument LITE (Laser Interferometer for Thermal Expansion measurements) für die Messung thermisch induzierter Verformungen neuer Materialien.

Schlüsseltechnologien unter realen Bedingungen erproben

Im Fokus der Mission stehen neue Technologien für satellitengestützte Kommunikation und Vernetzung, Aufklärung und Sensorik, Navigation sowie KI-gestützte Datenverarbeitung direkt im Orbit. Zu diesen Technologien zählen unter anderem Mobilfunksysteme der sechsten Generation (6G), Laserkommunikation und das Internet der Dinge (IoT). Zudem werden Verfahren zur Erkennung, Lokalisierung und Abwehr von Störungen erprobt, die zur Erhöhung der Resilienz satellitengestützter Navigations- und Kommunikationssysteme beitragen sollen. Darüber hinaus ermöglicht die Mission die Erprobung neuer Ansätze der intelligenten Signal- und Datenverarbeitung sowie zukünftiger Anwendungen im Sicherheitsbereich.

Technologisch steht Athene-1 zudem für den Wandel hin zu Software-definierten und rekonfigurierbaren Satellitensystemen. Die in der Mission erprobten Technologien sollen es ermöglichen, Funktionen und Anwendungen auch nach dem Start an neue Anforderungen anzupassen. Dadurch können Satelliten flexibler auf neue Standards, Einsatzszenarien oder Störungen reagieren.

Weitere Informationen unter www.dlr.de

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