Wissenschaft & Forschung

Neues Technologiezentrum Drohnensicherheit startet in Cochstedt

Das Bundesministerium des Innern (BMI), das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie das DLR haben das neue Technologiezentrum Drohnensicherheit eröffnet.

Neues Technologiezentrum eröffnet (v.l.n.r.): Alexander Dobrindt, Bundesminister des Innern, Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Sven Schulze, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR. Bild: DLR

Unbemannte Luftfahrtsysteme eröffnen vielfältige Möglichkeiten in Wirtschaft, Wissenschaft und bei Behörden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an ihren sicheren Betrieb und an den Schutz von Flughäfen, Kritischen Infrastrukturen und öffentlichen Einrichtungen vor missbräuchlich eingesetzten Drohnen.

Am 18. August 2026 haben das Bundesministerium des Innern (BMI), das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am DLR-Standort Cochstedt das neue Technologiezentrum Drohnensicherheit eröffnet. Das Technologiezentrum ist insbesondere an den DLR-Standorten Cochstedt und Braunschweig angesiedelt. Es bündelt Kompetenzen und Forschungsinfrastrukturen des DLR und verbindet diese eng mit den praktischen Anforderungen von Sicherheitsbehörden und Industrie. Nach dem feierlichen Eröffnungsakt demonstrierte das DLR gemeinsam mit spezialisierten Polizeikräften den Gästen aus Politik, Wirtschaft und Forschung aktuelle Technologien und Erkenntnisse zur Drohnensicherheit.

Drohnen stellen auch Herausforderung dar

„Drohnen eröffnen nicht nur enorme Chancen, sie stellen auch eine Herausforderung dar. An diesem Punkt soll das Technologiezentrum Drohnensicherheit an den DLR-Standorten Cochstedt und Braunschweig aktiv werden, als konsequente Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern, den Bundes- und Landespolizeibehörden sowie dem Bundeskriminalamt. Wir benötigen das technische Know-how der Forschung, die Innovationskraft und Umsetzungskompetenz der Industrie und vor allem die Perspektive derjenigen, die im konkreten Einsatz für unsere Sicherheit sorgen“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR. „Durch Transfer und Wissensaustausch können neue Ansätze aus der Forschung schnell und zielgerichtet in nutzbare Lösungen überführt werden. Denn wir entwickeln Technologie nicht um ihrer selbst willen – wir lösen konkrete Probleme und decken einen konkreten Bedarf. Forschung muss Wirkung entfalten – insbesondere dort, wo es um die Sicherheit unseres Landes geht.“

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: „Mit dem Technologiezentrum Drohnensicherheit beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt erforschen, entwickeln und erproben wir modernste Drohnenabwehrtechnik unter realen Bedingungen. Hier erforschen und testen wir neue Technologien in Cochstedt direkt an einer Flughafeninfrastruktur – genau dort, wo eine empfindliche Bedrohungslage herrscht. Wir bündeln die Expertise von Wissenschaft, Start-Ups und unserer Sicherheitsbehörden, um unser Land noch stärker gegenüber hybriden Bedrohungslagen zu schützen.“

Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt: „Der DLR-Standort Cochstedt ist ein Leuchtturm für Drohnenforschung. Das BMFTR fördert das bereits bestehende Nationale Erprobungszentrum und das Kompetenzzentrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme. Bei der heutigen Eröffnung des Technologiezentrums Drohnensicherheit gehen BMFTR und BMI Hand in Hand. Es wird eindrücklich klar, wie das Bundesinnenministerium auf bestehender Expertise aufbauen kann, um der Gefahr durch Drohnen entschieden zu begegnen. Hier werden neue Anwendungen und Technologien getestet, für die Wirtschaft, für Behörden und nun verstärkt auch für unsere Sicherheit. Wir müssen alle gemeinsam anpacken, die Bundesregierung zusammen mit den Ländern, Wissenschaft, Wirtschaft sowie Sicherheitsbehörden und öffentliche Verwaltung, für Deutschlands Zukunft – eine Zukunft in Freiheit, Sicherheit und Wohlstand.“

Von der Forschung in die Anwendung

Technologien für unbemannte Luftfahrtsysteme sowie für deren Detektion und Abwehr entwickeln sich mit hoher Geschwindigkeit. Das Technologiezentrum Drohnensicherheit soll zukünftig dazu beitragen, neue Ansätze frühzeitig zu bewerten, weiterzuentwickeln und schneller in die praktische Anwendung zu überführen. Ein besonders wichtiger Aspekt ist der Einsatz von Drohnen in sicherheitsrelevanten Situationen sowie die effektive Abwehr von Bedrohungen durch Drohnen.

Im Mittelpunkt stehen Forschung und Entwicklung, die sich an konkreten Einsatzanforderungen orientieren. Das Technologiezentrum bewertet Technologien und Verfahren, entwickelt und integriert sie weiter und erprobt sie unter realistischen Bedingungen. Dabei arbeitet es eng mit Behörden mit Sicherheitsaufgaben und Unternehmen zusammen.

Zusätzlich sind die Aktivitäten des Technologiezentrums in das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) eingebunden. Das Technologiezentrum richtet seine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten so gezielt an den tatsächlichen Bedarfen der Sicherheitsbehörden aus.

Realitätsnah testen und demonstrieren

Ein Schwerpunkt des Technologiezentrums ist die realitätsnahe Bewertung bestehender und neuer Technologien. Die Forscher untersuchen unter anderem Verfahren für den sicheren Drohnenbetrieb sowie Technologien zur Detektion und Abwehr unerwünschter Drohnen. Dafür stellen sie unterschiedliche Szenarien und aktuelle sowie zukünftige Drohnensysteme unter kontrollierten Bedingungen dar und werten diese aus.

Innovationen schneller zur Anwendungsreife bringen

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Technologie-Inkubation. Das bedeutet, dass das DLR gemeinsam mit Unternehmen innovative Ansätze schneller weiterentwickelt und damit bestehende Fähigkeitslücken gezielt geschlossen werden. Dafür stellt das DLR umfangreiches Fachwissen, Entwicklungsumgebungen, Simulatoren sowie Labor- und Testinfrastrukturen zur Verfügung.

Das Angebot richtet sich an Unternehmen unterschiedlicher Größe – vom Start-up bis zum etablierten Hersteller. Sie können gemeinsam mit dem Zentrum Technologien entwickeln, erproben und demonstrieren. Gleichzeitig sollen die Anforderungen der späteren Anwender möglichst früh in die Entwicklung einfließen.

Auch außerhalb solcher Inkubationsprojekte können Behörden und Unternehmen die Infrastruktur des Technologiezentrums für Tests und Demonstrationen nutzen. Behördenvertreter können zudem beispielsweise in Projekten, über Hospitationen oder im Rahmen von Qualifizierungsangeboten mitwirken.

Weitere Informationen unter www.dlr.de

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