Wissenschaft & Forschung

Ultraschallmessungen von großen Bauwerken

Ein neues Startup-Projekt der TU Bergakademie Freiberg entwickelt eine Ultraschall-Prüfung für große Bauwerke.

Teamfoto des Gründungsteams von Ultrafocus (v.l.n.r.): Sophia Hölzel, Elfi Lange, Christoph Büttner, Erik Mista. Bild: TU Bergakademie Freiberg

Ob alternde Brücken oder marode Gebäude: Ultraschallmessungen können bei der Sicherheitsprüfung von großen Bauwerken auf Defekte, Schwachstellen und Risse hinweisen. A und O für die fachliche Bewertung der Integrität ist jedoch die computerbasierte Abbildung dieser Messergebnisse. In der Geophysik können solche Visualisierungen schon heute schnell und qualitativ hochwertig berechnet werden. Ein neues Startup-Projekt der TU Bergakademie Freiberg hat sich nun vorgenommen, die Lösungen aus der Geophysik erstmals auf die Bauwerksprüfung anzuwenden.

Geophysik zur Bauwerksprüfung

Mit optimierter Messtechnik und leistungsfähiger Abbildungssoftware will das Team eine schnellere Auswertung von Messaufträgen bei gleichzeitig verbesserter Abbildungsqualität erreichen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) fördert das Projekt Ultrafocus über einen Zeitraum von zwei Jahren im Rahmen des Exist-Forschungstransfers.

Ultrafocus setzt an Forschungsergebnissen des Instituts für Geophysik und Geoinformatik von Professor Stefan Buske an. „Wir wollen modernste geophysikalische Bildgebungsverfahren in die Bauwerksprüfung überführen und damit einen neuen Standard für Effizienz und Qualität schaffen. Unser Ziel ist es, Prüfprozesse deutlich zu beschleunigen und gleichzeitig die Aussagekraft der Messergebnisse erheblich zu verbessern“, erklärt der Projektleiter Christoph Büttner.

Das interdisziplinäre Team besteht neben Christoph Büttner aus Dr. Elfi Lange, Sophia Hölzel und Erik Mista. Es vereint Kompetenzen aus den Bereichen Geophysik, Bauingenieurwesen, Betriebswirtschaft und Informatik. Mit Dr. Elfi Lange ist auch eine Alumna der TU Bergakademie Freiberg Teil des Gründungsteams. „Das zeigt, dass unsere Entrepreneurship-Ausbildung nachhaltig wirkt und die richtigen Anreize für die Gründung eines Startups setzt“, erläutert Professorin Karina Sopp, Prorektorin für Nachhaltigkeit und Entrepreneurship.

Forschungsergebnisse in die Wirtschaft überführen

Gemeinsam arbeitet das Team in den kommenden zwei Jahren daran, die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse in eine wirtschaftlich tragfähige Lösung zu überführen. Unterstützt wird das Projekt dabei durch das Gründungsnetzwerk Saxeed, das insbesondere die Geschäftsmodellentwicklung und Markteinführung begleitet. „Ultrafocus zeigt eindrucksvoll, wie innovative Forschungsergebnisse aus der Wissenschaft erfolgreich in marktfähige Technologien überführt werden können. Wir freuen uns, das Team bei der Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells und dem Weg in den Markt zu unterstützen“, sagt Andre Uhlmann von Gründungsnetzwerk Saxeed an der TU Bergakademie Freiberg. Mit dem wachsenden Markt für Bauwerksprüfung sieht das Team von Ultrafocus optimale Voraussetzungen für die zukünftige Verbreitung der Technologie.

Weitere Informationen unter https://tu-freiberg.de/

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