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Oft unbeachtet: Fußgänger in der Verkehrswende und Verkehrsplanung

92. Ergänzungslieferung des HKV erschienen.

Die Verkehrswende als Prozess einer grundlegenden Umstellung von Verkehr und Mobilität ist in der öffentlichen Debatte in vielfacher Form präsent. Von der Ablösung des Verbrennungsmotors durch alternative Antriebe über Sharing-Konzepte zur Ausleihe von Autos, Elektrorollern oder Fahrrädern bis hin zum Ausbau von Radwegenetzen und öffentlichen Verkehrsmitteln werden verschiedenste Aspekte beleuchtet. Die Bedeutung des Fußverkehrs sowie Möglichkeiten zur Steigerung seiner Attraktivität spielen dagegen kaum eine Rolle, obwohl in Metropolen 27 Prozent des Verkehrsaufkommens durch Fußgänger entstehen.*

Die unterschätzte Fortbewegungsart des Zufußgehens steht im Fokus eines aktuellen Beitrags im Handbuch der kommunalen Verkehrsplanung, dessen 92. Ergänzungslieferung kürzlich erschienen ist.

92. Ergänzungslieferung des HKV erschienen

Dagmar Köhler und Uta Bauer stellen in ihrer Veröffentlichung „Die strategische Bedeutung des Fußverkehrs“ fest, dass (motorisierter) Verkehr konventionell als Transfer von A nach B verstanden und geplant wird. Beim Fußverkehr ist jedoch die Qualität dessen, was zwischen A und B liegt, von ebenso hoher Bedeutung. Um den Fußverkehr systematisch zu fördern, braucht es nicht nur eine sichere, barrierefreie und ausreichend dimensionierte Infrastruktur, sondern auch eine entsprechend gestaltete Umgebung. Der Beitrag zeigt, dass die Bedeutung des Zufußgehens seine Funktion als Fortbewegungsart übersteigt.

Die Themen der weiteren Beiträge lauten:

·     Der kommunale Nahverkehrsplan als zentrales Instrument der kommunalen ÖPNV-Planung (Florian Krummheuer, Timo Barwisch)

·     Einkauf und Verkehr – tatsächliche Verkehrsmittelwahl der Besucher:innen von Einkaufsstraßen im Vergleich zu Einschätzungen von Einzelhändler:innen (Dirk von Schneidemesser)

·     Straßenerhaltungsmanagement (Martin Köhler)

·     Kosten der Verkehrsinfrastruktur und externe Kosten – Analyse, Bedeutung und Ansätze zur Internalisierung (Thilo Becker, Julia Gerlach)

·     Rad- und Fußverkehr – gemeinsam oder getrennt? (Markus Enke, Sebastian Hantschel)

Seit über 25 Jahren hat sich das HKV – Handbuch der kommunalen Verkehrsplanung – zum führenden Standardwerk für die kommunale Verkehrsplanung entwickelt. Es enthält fundierte Informationen zur Realisierung eines stadtverträglichen Verkehrs, informiert detailliert über negative Auswirkungen kommunaler Verkehrspolitik und -planung und entwickelt Möglichkeiten und Konzepte für die Integration des Verkehrs in die Stadt.

Zirka 250 Beiträge namhafter Autoren und Autorinnen aus Wissenschaft und Praxis helfen bei Planung, Gestaltung und Beeinflussung des kommunalen und regionalen Verkehrs, wobei die Probleme von Städten und Gemeinden im Vordergrund stehen.

 

*https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/G/mid-2017-kurzreport.pdf?__blob=publicationFile

 

3922 - Oft unbeachtet: Fußgänger in der Verkehrswende und Verkehrsplanung
Eva Pach (VDE VERLAG)
Keywords:
HKVkommunale Verkehrsplanungnachhaltige Stadtplanungnachhaltige Verkehrsplanungverkehrswendefußgängerfußverkehr