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Leica Geosystems feierte 100 Jahre Vermessungstechnik

Leica Geosystems feierte am Firmensitz in Heerbrugg 100 Jahre Vermessungstechnik, seinerzeit begründet von „Heinrich Wild, Werkstätte für Feinmechanik und Optik“.

Vor genau 100 Jahren wurde in Heerbrugg (SG) die „Heinrich Wild, Werkstätte für Feinmechanik und Optik“ gegründet - heute gehört der innovative seinerzeitige Kleinbetrieb als weltweit führendes Vermessungstechnik-Unternehmen „Leica Geosystems AG“ zum schwedischen Technologiekonzern Hexagon. Dies wurde am Firmensitz in Heerbrugg im Beisein von Prominenz aus Politik und Wirtschaft am 8. November gebührend gefeiert.

Vermessungstechnik aus der Schweiz

Die Schweiz habe viele Industrieunternehmen hervorgebracht, die heute international erfolgreich und im Weltmarkt führend seien. Und sei könnten stolz darauf sein, dass auch sie dazugehörten, sagte Thomas Harring, CEO von Leica Geosystems.

Diesen Erfolg verdankte „Wild Heerbrugg“ den innovativen und präzisen Vermessungsinstrumenten, die in regelmäßigen Abständen von der Rheintaler Firma entwickelt wurden und dank ihrer Qualität den Weg auf den Weltmarkt fanden. Das begann mit den vor hundert Jahren entwickelten ersten portablen optisch-mechanischen Theodoliten und der wenig später entwickelten ersten Kamera für Luftaufnahmen. Es setzte sich später fort mit der ersten infrarotbasierten Distanzmessung und dem ersten GPS-Gerät zur Landvermessung. Heute ist das Unternehmen, das seit 2005 zum schwedischen Hexagon-Konzern gehört, international mit bahnbrechenden Softwarelösungen und Geräten für digitale Vermessung und 3D-Darstellungsmodelle erfolgreich, die von der Kartographie bis hin zur Verbrechensaufklärung eingesetzt werden.

An der Jubiläumsfeier, die coronabedingt erst jetzt, sechs Monate nach dem eigentlichen 100-Jahr-Geburststag vom 26. April 2021, stattfand, erinnerte Harring aber auch an die beiden Gründungspartner von Heinrich Wild: den Unternehmer Jacob Schmidheiny und den Geologen Robert Helbling: Schmidheiny, Helbing und Wild hätten sich mit ihren unternehmerischen, praktischen und technischen Fähigkeiten in einer idealen Art und Weise ergänzt, von der auch heutige Unternehmensführungen nur träumen könnten. Und nur dank der jahrzehntelangen treuen Unterstützung auch durch weitere Mitglieder der Familie Schmidheiny wie Jacobs Bruder Ernst und Neffe Max Schmidheiny sowie später Peter, Stephan und Thomas Schmidheiny sei es möglich gewesen, den Erfolg langfristig zu sichern und Wild Heerbrugg kontinuierlich auszubauen und durch strategische Akquisitionen zu vergrößern.

So erfolgreich die 100-jährige Geschichte des Rheintaler Weltunternehmens war, so reich war sie auch an Zäsuren. Dazu gehörten insbesondere der Kauf der Leitz Wetzlar-Gruppe inklusive ihres später verkauften Leica Kamerageschäfts im Jahr 1986, woraus die Wild Leitz Gruppe entstand. Zwei Jahre später wurde die 1819 gegründete Kern & Co. AG, Aarau, in das Unternehmen integriert. Damit waren beide traditionsreiche Schweizer Vermessungsfirmen unter einem Dach vereint. 1998 kaufte die britische Investmentgesellschaft Investcorp das Unternehmen, das damals schon als Leica Geosystems firmierte, und brachte es zwei Jahre später an die Börse. Doch schon fünf Jahre danach, 2005, wurde Leica Geosystems vom schwedischen Hexagon-Konzern gekauft und wieder von der Börse genommen.

Leica Geosystems gehört seit 2005 zu Hexagon

So heiß umkämpft die Übernahme von Leica Geosystems durch Hexagon seinerzeit gewesen sei, so erfolgreich habe sie sich doch in den letzten rund 16 Jahren für beide Seiten entwickelt, sagte Jürgen Dold, Mitglied der Konzernleitung von Hexagon AB und ehemaliger CEO von Leica Geosystems. Für Hexagon sei der Kauf von Leica Geosystems ein Meilenstein bei der Entwicklung von einem Misch- zu einem Technologiekonzern gewesen. Für Leica Geosystems seinerseits hätte die Einbettung in den Hexagon-Konzern mit seinem strategischen Großaktionär Melker Schörling die Gewähr geboten, dass sich das Unternehmen erfolgreich langfristig weiterentwickeln konnte und weiterhin weiterentwickeln kann. Denn Leica Geosystems sei für Hexagon von zentraler strategischer Bedeutung.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in Zahlen wider: So arbeiten bei Leica Geosystems und den in den letzten 15 Jahren ergänzend dazu akquirierten 50 Firmen heute weltweit 6.000 Mitarbeiter (2005: 2.400). In der Schweiz sind es an den diversen Standorten insgesamt 1.600 Mitarbeiter, das sind 700 Mitarbeiter mehr als 2005. Der Umsatz des Unternehmens hat sich in der gleichen Zeitspanne von 500 Millionen Euro auf heute 1,5 Milliarden Euro verdreifacht. Und so gut, wie man heute aufgestellt sei, werde diese Entwicklung auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weitergehen, verspricht Harring.

Für die Gemeinde Balgach und das Rheintal sei die Firmengründung vor 100 Jahren in mehrfacher Hinsicht ein Glücksfall gewesen: Ganze Generationen – von den Großeltern über die Eltern zu den Kindern – arbeiteten zum Teil immer noch für Leica Geosystems. Diese große Verankerung in der Bevölkerung zeige sich auch in der Zustimmung zum neuen Erweiterungsprojekt, das in den nächsten Monaten die letzte Bewilligungshürde beim Kanton nehmen dürfte, sagte Silvia Troxler, Gemeindepräsidentin von Balgach, wo das Unternehmen beheimatet ist.

Weitere Informationen unter www.leica-geosystems.com

3787 - Leica Geosystems feierte 100 Jahre Vermessungstechnik
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