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Die Suche nach dem Borkenkäfer

„Hohe Berge, tiefe Täler und kristallklare Gebirgsflüsse kennzeichnen das Schutzgebiet direkt an der Grenze zu Österreich. „Natur Natur sein lassen“ – so lautet das Motto im einzigen Alpen-Nationalpark Deutschlands.“ Die Rede ist vom Nationalpark Berchtesgaden. Damit Natur auch Natur bleibt, setzt die Verwaltung des im August 1978 gegründeten Nationalparks beim Schutz auf vier Kernziele. Hierzu zählen neben der Forschung, der Umweltbildung und Erholung auch der Schutz der gesamten Natur. Gerade dieser Naturschutz des Nationalparks ist nicht immer einfach bei einer Fläche von 210 Quadratkilomentern und den vielfältigen Aufgaben, die auf die Parkverwaltung täglich warten.

Wie hilfreich in diesem Kontext mobile Lösungen sein können, das verdeutlichte Bernd Becker vom Nationalpark Berchtesgaden im Rahmen der digitalen Fachkonferenz des 15. Mobilen GIS-Forums am 10. Juni 2021. In seinem Vortrag zur mobilen Datenerfassung im Nationalpark Berchtesgaden mit ArcGIS Enterprise und Field Apps zeigte er ein praktisches Beispiel anhand des Borkenkäfermanagements. Die Suche nach dem Borkenkäfer und das Management zur Eindämmung sind wichtige Schutzmaßnahmen mit Blick auf die bedrohten Wälder.


Mobiles GIS-Forum

Das Mobile GIS-Forum des Runden Tisches GIS e. V. wird in enger Kooperation mit dem Unternehmen GI Geoinformatik aus Augsburg veranstaltet. Das Forum ist jährlich der Platz, um neue Entwicklungen, neue Soft- und Hardware sowie beispielhafte Projekte aus der Praxis rund um die Nutzung mobiler GIS-Lösungen vorzustellen und zu diskutieren.


Nicht umsonst schreibt das Statistische Bundesamt (Destatis.de) „Die heimischen Wälder litten in den vergangenen Jahren unter Trockenheit und Hitzeperioden. Schädlinge wie der Borkenkäfer können sich in bereits geschwächten Bäumen besonders schnell vermehren und dann zu einer Population anwachsen, die gefährlich für den Waldbestand werden kann.“ So wurde nach Aussagen von Destatis 2019 mit 32 Millionen Kubikmetern fast dreimal so viel Schadholz aufgrund von Insektenschäden eingeschlagen wie im Vorjahr mit 11 Millionen Kubikmetern. Heruntergebrochen auf den Nationalpark Berchtesgaden heißt das ein rund 1260 Hektar großes Gebiet, das es als „Borkenkäfermanagementzone“ zu überwachen gilt.

Von der Borkenkäfer-App zur Analyse

Um dies im Sinne eines schnellen Analyseprozesses durchführen zu können, setzt die Nationalparkverwaltung unter anderem auf eine Borkenkäfer-App – umgesetzt im ArcGIS-Enterprise-(AGE-)Portal. Die gesammelten Daten werden aus dem AGE-Portal nach ArcGIS Pro überführt und in einer Geodatabase gespeichert. Mithilfe der Daten lassen sich unter anderem Karten für Revierleiter, Waldarbeiter und Unternehmen erstellen. Zusätzlich bietet die mobile App-Lösung „Workforce for ArcGIS“ die Möglichkeit, beispielsweise Borkenkäfersucher oder Waldarbeiter zur Aufarbeitung von Borkenkäferbäumen und -nestern zu beauftragen. Hinzu kommt die Analyse-Software „ArcGIS Insights“ zur schnellen räumlichen und visuellen Datenanalyse. Anwendern im Naturpark Berchtesgaden ist es somit möglich, sich einen schnellen Überblick zur Situation in den Revieren zu verschaffen.

AGP-Portal als Ankerpunkt

Als eine Art Ankerpunkt versteht B. Becker das AGP-Portal Bayerns. Denn das biete seiner Ansicht nach eine gute Plattform, um Apps und andere Anwendungen im Produktivbetrieb einzusetzen. Perspektivisch denkt B. Becker über ein eigenes Portal für die Nationalparkverwaltung nach. Denn die Aufgaben des Schutzgebiets und damit der Nationalparkverwaltung sind mit Blick auf die Internetseiten nach eigenen Worten vielfältig und reichen vom Naturschutz über die Forschung bis zur Umweltbildung. Und dabei können mobile Lösungen den Mitarbeitern im Nationalpark wertvolle Dienste leisten, um ihren Aufgaben des Naturschutzes gerecht zu werden.

3672 - Die Suche nach dem Borkenkäfer
Red/ae
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