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Wie Satellitendaten unser Klima schützen können

Im Fokus des 3. Symposium „Neue Perspektiven der Erdbeobachtung“steht unter anderem Künstliche Intelligenz bei der Nutzung von Satellitendaten.

Heute und morgen veranstaltete die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR das 3. Symposium „Neue Perspektiven der Erdbeobachtung“, das unter anderem die Nutzung von Satellitendaten zum Klimaschutz in den Fokus stellt.

Es bestehe dringender Handlungsbedarf, wenn wir unseren blauen Planeten retten wollten, sagt Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstand und Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR. Welchen konkreten Beitrag Satelliten hier leisten können, ist Thema des 3. Symposiums, das mit rund 300 Teilnehmern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden virtuell am 15. und 16. Juni 2021 stattfindet. Im Fokus steht das neue Klimakonzept der Europäischen Kommission - der „European Green Deal“ - mit dem Ziel, bis 2050 in der EU die Netto-Emissionen von Treibhausgasen auf Null zu reduzieren und als erster Kontinent klimaneutral zu werden. Der zweite Schwerpunkt des Symposiums liegt auf Anwendungen von Künstlicher Intelligenz (KI) in der satellitengestützten Erdbeobachtung.

Die satellitengestützte Erdbeobachtung sei enorm wichtig, um gesellschaftlichen Herausforderungen wie dem Klimawandel entgegenzutreten. Nur mit Daten aus dem All könne man unsere Umwelt kontinuierlich überwachen und Handlungsempfehlungen geben, so Dr. Pelzer. Außerdem befähige uns die satellitengestützte Erdbeobachtung zur Kontrolle von Klimaschutzmaßnahmen. Deutschland leiste im Rahmen der ESA einen zentralen Beitrag zur Weiterentwicklung und Nutzung von Erdbeobachtungstechnologien und -dienstleistungen, besonders durch das Copernicus-Programm, mit dem die Satellitenerdbeobachtung zu einem regulären Monitoring-Instrument gemacht worden sei, das unsere Gesellschaft kontinuierlich mit hochqualitativen Daten versorgt - für die Land- und Forstwirtschaft ebenso wie für Städteplanung und das Monitoring von Luftqualität- und Gewässerveränderungen.

Satellitendaten für Wirtschaft und Umwelt

Die Erdbeobachtung ist aber auch ein wachsender Wirtschaftszweig. Der „New Space“-Sektor im „Upstream“-Bereich hat in den letzten Jahren stark an Fahrt aufgenommen. Mittlerweile gibt es viele verschiedene von kommerziellen Anbietern betriebene Satellitenkonstellationen, die zusätzlich Daten unserer Erde aufnehmen.

Die steigende Anzahl verfügbarer Daten macht auch das Geschäft mit satellitenbasierten Dienstleistungen attraktiver und führt zu zahlreichen neuen Firmengründungen. Im „Downstream“-Sektor entstehen in Deutschland und international besonders kleine und Kleinstfirmen, die mit ihrem Know-how Satellitendaten gewinnbringend auswerten. Zunehmend werden solche Anwendungsdienste unter anderem in der Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben eingesetzt. Beispielsweise helfen Auswertungen von Radarsatelliten beim Monitoring von Bodenbewegungen und der Überwachung der Infrastruktursicherheit. Auch das satellitengestützte Monitoring von Treibhausgasen wie Methan und von Luftschadstoffen wie Stickstoffdioxid nutzen Behörden zur Erstellung politischer Entscheidungsgrundlagen. Weitere Satellitensysteme, etwa zur räumlich differenzierten Erfassung der Wärmestrahlung unserer Erde, werden hinzukommen und ein umfassenderes Monitoring unseres Heimatplaneten unterstützen.

Wie Erdbeobachtung KI nutzen kann

KI-Verfahren werden in einer Reihe von unterschiedlichen Anwendungsgebieten in der Erdbeobachtung genutzt. Was oft ein Nachteil bei konventionellen Verfahren ist, birgt für die KI eine große Chance: Sie macht sich das Phänomen von „Big Data“ zunutze. Denn um KI-Algorithmen zu trainieren, werden große Datenmengen benötigt, die Erdbeobachtungssatelliten kontinuierlich liefern können. Auch die Kombination von verschiedenen Daten durch Fusion ist ein vielversprechendes Thema: So unterstützt das DLR Referenzdatenprojekte, um qualitätsgesicherter Labels für „KI&EO“ zur Verfügung zu stellen.

Weitere Informationen unter www.dlr.de

3659 - Wie Satellitendaten unser Klima schützen können
PR/as
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