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Alles auf dem Prüfstand – auch in der Geo-IT-Branche

Covid-19, bekannt als Corona-Virus, hält große Teile der Welt in Atem. Seit Wochen spitzt sich die Lage in vielen Ländern zu. Steigende Infektionszahlen, Ärzte und Pfleger am Limit, Ausgangssperren und ein öffentliches Leben, das zum Erliegen kommt. Viele Länder schotten sich zunehmend ab. Insgesamt stehen die Staaten vor enormen Herausforderungen im politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich. Dass in diesen beunruhigenden und stürmischen Zeiten alles auf den Prüfstand gestellt wird, das muss auch die Geo-IT-Branche erfahren. Oder mit anderen Worten: Alle fahren aktuell auf Sicht.

Das Corona-Virus setzt den Veranstaltern von Messen und Tagungen zu. So hat die  Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement (DVW) aufgrund der aktuellen Corona-Krise „entschieden, die bevorstehenden Veranstaltungen bis auf weiteres zu verschieben“. „Mit der Situation und den Entwicklungen bewusst und verantwortlich umzugehen, ist ein Gebot für uns alle“, so DVW-Präsident Hansjörg Kutterer auf den DVW-Internetseiten.


Corona-Virus Covid-19: Global Cases

Einen digitalen Überblick der weltweiten Fallzahlen stellt unter anderem die Johns Hopkins University auf ihren Seiten bereit.


Auch der Runde Tisch GIS e. V. setzte seine für März geplante Münchner GI-Runde mit dem Hinweis aus, dass derzeit geprüft werde, ob die Münchner GI-Runde 2020 verschoben werden könne. Abgesagt hat der Verein mittlerweile das 3D Forum in Lindau. Eigentlich hätte das 19. Internationale 3D-Forum am 5. und 6. Mai 2020 stattgefunden. Die Verantwortlichen verweisen bei ihren Entscheidungen unter anderem auf die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und weiterer namhafter Virologen sowie darauf, generell auf Veranstaltungen zu verzichten. In einer Stellungnahme setzt der Verein auf ein „verantwortungsbewusstes Handeln“. Und weiter heißt es: „Wir beabsichtigen die Veranstaltung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben und werden Ihnen hierzu zeitnah Einzelheiten bekannt geben.“ Die Veranstalter der Ifat, der Leitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft, haben ihre für Anfang Mai angesetzte Messe in München verschoben. Geplant ist, die Ifat nun vom 7. bis 11. September 2020 nachzuholen.
Gestrichen ist indes das Geospatial World Forum 2020 in Amsterdam, das eigentlich vom 7. bis 9. April seine Tore geöffnet hätte. Und auch die Hexagon-Anwenderkonferenz „HxGN Live DACH+ 2020“ am 29. April 2020 in Wiesbaden ist nach Auskunft des Unternehmens abgesagt. Gleiches gilt für die Smallworld User Group Tagung (27. bis 29. April 2020) in Salzburg sowie den IP-Syscon-Kongress „IP SYSCON 2020“ Ende Mai in Hannover.
Andere Unternehmen wiederum verlegen ihre Veranstaltungen ins Web. So beispielswiese AED-Synergis und die Kundentage, die am 23. April als Interaktiver Online-Livestream „Web Event Kundentag 2020“ stattfinden. Die Firmen M.O.S.S. und Cadmap greifen auf ein „erweitertes Webinar-Angebot“ zurück.
Die Macher der Intergeo sehen indes aktuell noch keinen Grund über eine Absage oder Verschiebung der Veranstaltung nachzudenken. Die diesjährige Intergeo soll vom 13. bis 15. Oktober in Berlin stattfinden. „Die Planungen für die 26. Intergeo sind sehr weit vorangeschritten. Es gibt derzeit keinen Grund anzunehmen, dass die Intergeo nicht oder eingeschränkt stattfindet. Über 90 Prozent der verfügbaren Flächen sind verbindlich gebucht und die Vorbereitungen laufen derzeit planmäßig weiter“, so Daniel Katzer, Mitglied der Geschäftsleitung der Hinte Messe- und Ausstellungs-GmbH. Und er fügt an: „Die Programmstrukturen für die Conference und Stages stehen und die Referenten sind aktiv auf ihre Beiträge angesprochen. Der Austausch mit unseren Kunden und der Messe Berlin ist in diesen Tagen sehr aktiv.“
Auch im benachbarten Österreich gehen die AGIT-Vorbereitungen weiter. Wie geplant bereiten die Verantwortlichen die kommende AGIT 2020 im Juli in Salzburg vor, „beobachten die Situation aber kontinuierlich“. Auf den Veranstaltungsseiten heißt es hierzu: „Wir werden uns in der Woche ab 20.04. mit einem aktualisierten Planungsstand bei Ihnen melden und somit auf jeden Fall rechtzeitig informieren, ob und in welcher Form die Konferenz stattfinden wird.“
Ob die Maßnahmen der Unternehmen und Veranstalter ausreichend sind, das bleibt zumindest aktuell abzuwarten. Denn die Fallzahlen der Corona-Infektionen steigen – auch hierzulande – und die finanziellen Ausfälle sind schon jetzt enorm. Milliarden-Kredite und -Hilfsfonds der Länder und des Bundes sollen helfen. Doch aktuell muss es erst einmal darum gehen, die Pandemie einzudämmen und abzuschwächen. Italien sollte uns Warnung genug sein – gerade mit Blick auf die kommenden Wochen.


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27. März 2020

Münchner GI-Runde am 6. Mai als virtuelle Veranstaltung geplant.

 

26. März 2020

Cyclomedia Deutschland hat seinen am 16. Juni 2020 geplanten Panoramatag abgesagt.

3284 - Alles auf dem Prüfstand – auch in der Geo-IT-Branche
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