Seite weiterempfehlenSeite drucken

HLBG schafft neues Relativgravimeter zur Schweremessung an

Das Hessische Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation (HLBG) hat kürzlich ein neues Gravimeter angeschafft, um künftig präzise Schweremessungen durchzuführen.

Mit Kosten von rund 130.000 Euro zählt das Modell Scintrex CG-6 zu den teuersten Anschaffungen in diesem Jahr. Ein Gravimeter misst die Schwerebeschleunigung an der Erdoberfläche, die regional unterschiedlich ist. Die Ergebnisse geben beispielsweise Auskunft über Massenunregelmäßigkeiten im Erdinnern, was für verschiedene Anwendungsgebiete wie der Geophysik von Bedeutung ist. So werden in der Praxis auch oft Hinweise auf Erdölvorkommen oder Hohlräume geliefert. In der Landesvermessung werden Schwerewerte für die Bestimmung hochgenauer Höhen sowie zur Berechnung der natürlichen Form der Erde, dem „Geoid“, benötigt.

Um die anstehenden Schweremessungen zuverlässig durchführen zu können, sei die Anschaffung des neuen Gravimeters unausweichlich gewesen. Bereits viele Bundesländer arbeiteten mit der neuen Gravimeter-Generation, so der Leiter des Dezernats Geodätischer Raumbezug, Bernhard Heckmann. Man freue sich, dass man künftig ebenfalls von diesem hochmodernen Instrument profitieren könne, was die Landesvermessung nachhaltig unterstützen werde und die Digitalisierung in diesem Bereich voranbringe.

Die Anschaffung eines Gravimeters der neuesten Generation bedeutet für das HLBG einen technologischen Quantensprung: Ausgerüstet mit modernsten technischen Standards, wie zum Beispiel einer automatischen Datenregistrierung und durchgängigem Datenfluss zur Auswertesoftware, grafischen Anzeigen zur Qualitätssicherung und Fernbedienung mit Tablet über Bluetooth, können mit dem Relativgravimeter Scintrex CG-6 die anstehenden Arbeiten im Schwerefestpunktfeld nun zuverlässig durchgeführt werden.

Mit dem neuen Gerät ließe sich laut Heckmann auch die gravimetrische Datengrundlage für das bundesweite Geoidmodell verbessern. Dieses verknüpft die für die Praxis wichtigen Gebrauchshöhen (Meereshöhen) mit den ellipsoidischen Höhen, die über moderne satellitengestützte Vermessungsverfahren exakt und schnell bestimmt werden können. Das bundesweite Geoidmodell ist zudem ein wichtiger Baustein bei der Berechnung eines genauen europäischen Geoidmodells.

Für die bisherigen Schweremessungen wurden Geräte aus den späten 1970-er Jahren verwendet. Die beiden Relativgravimeter haben eine aufwendige manuelle Bedienung, keinen automatischen Datenfluss und waren vermehrt Problemen ausgesetzt, die zu unzuverlässigen Messergebnissen führten. Zudem musste bei den über 40 Jahre alten Geräten jederzeit mit einem Totalausfall gerechnet werden.

Weitere Informationen unter www.hvbg.hessen.de

3211 - HLBG schafft neues Relativgravimeter zur Schweremessung an
PR/as
Keywords:
GeodäsieGeoinformationGeoGeoinformatikGISchweremessungHessisches Landesamt für Bodenmanagement und GeoinformationHLBGGravimeter