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Intergeo – Brücke in ein digitales Morgen

Die Intergeo hat Geo-IT-Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft an einen Tisch gesetzt und ins Gespräch gebracht. Herausgekommen ist ein Blick ins Heute und Morgen der Bedeutung und Rolle der Geo-IT im Wandel zu einer digitalen Zukunft. Das Resultat: Intelligente Geo-Anwendungen werden die Antworten auf drängende Zukunftsfragen liefern!

Der Tisch ist umrundet von Experten, jeder hat sein eigenes Fachgebiet. Das Erstaunliche: Obwohl der Kreis aus Wirtschaftsvertretern von Hexagon Geosystems und Trimble sowie Wissenschaftlern der Kartographie, der Photogrammetrie und der Angewandten Forschung vom Fraunhofer IAO sehr heterogen ist, verbindet sie eines: Sie alle arbeiten an Lösungen, die durch digitale Geo-IT-Expertise eine lebenswertere, anpassungsfähigere und nachhaltigere Zukunft versprechen.

Smart Cities– der Lebensraum von morgen

Wesentlicher Eckpfeiler der Diskussionsrunde ist die digitale Stadt von morgen. Die Fraunhofer-Morgenstadt-Initiative, beheimatet am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und die Intergeo mit ihrer Themenplattform Smart City Solutions sind in diesem Jahr erstmals in einer strategischen Partnerschaft verbunden. Die Morgenstadt-Initiative stellt die Stadt als Lebensraum, aber auch als Innovationstreiber der Zukunft in den Fokus ihrer Arbeit. Im Jahr 2011 aus dem Kernthema Elektromobilität entstanden, arbeiten heute über 60 Mitarbeitern daran, Themenbereiche wie Mobilität als Dienstleistung, Hybride Stromerzeugung, Data Grids, Smart Energy Buildings, Connected Public Space und Vertical Farming wissenschaftlich zu durchdringen und in Deutschland und der EU pilotiert voranzutreiben. Dafür identifizieren die Forscher Problemstellungen aus dem Umfeld „Stadt“, setzen sich mit Innovationspotenzialen durch den Einsatz modernster IT auseinander und initiieren europaweit Pilotprojekte, um Technologien, Produkte und Lösungen zu erproben. Alanus von Radecki, Projektleiter der Morgenstadt Initiative, beschreibt die Motivation der international renommierten Forschungseinrichtung für die Kooperation: „Wir sehen viele thematische Überschneidungen mit den Inhalten der Intergeo und erhoffen uns von der Partnerschaft mit dem etablierten Ausstellungsformat, dass wir unsere Erfahrungen zu Innovationspotenzialen hier gezielt an kommunale Entscheider weitergeben können.“ Denn Deutschland liege im europäischen und internationalen Vergleich zurück. „Wir müssen zeigen, was möglich ist und wie die Stadt von morgen mithilfe digitaler Lösungen lebenswert, nachhaltig, widerstandsfähig und damit zukunftsfähig wird. Da sehen wir zahlreiche Synergiepotenziale mit der Geo-IT und mit den Besucherzielgruppen der Intergeo.“

Kartographie visualisiert – intelligent

Jochen Schiewe, Vizepräsident der Vizepräsident der DGFK (Deutsche Gesellschaft für Kartographie), bildet in seinem Fachgebiet traditionsgemäß Zusammenhänge ab. Dafür werde aus den 2D-Karten von einst heute personalisierte Real-Time-Visualisierungen, die man als Smart Maps bezeichnen könne, so der Professor für Geoinformatik und Geovisualisierung an der HafenCity University Hamburg. Aus der digitalen Vernetzung allgegenwärtiger Sensorik entwickeln Kartographen intelligente Visualisierungssysteme. „Es ist unsere Aufgabe, aus der Datenflut Intelligenz abzuleiten und die Ergebnisse zu präsentieren“, so Schiewe. Im Umfeld der digitalen Stadt arbeiten die Experten beispielsweise an intuitiveren Systemen, um Fußgänger in Innenräumen wie im Außengelände intelligent zu routen. „Wir werden dahin kommen, dass jeder jederzeit und auf seine Bedürfnisse zugeschnittene Informationen erhält. Beispielsweise, wenn die zig Sensoren im Auto zu lebenswichtigen Aussagen über die unmittelbare Umgebung verschnitten werden.“ Wie Informationen präsentiert werden – ob zweidimensional, in dreidimensionalen Modellen oder angereichert mit Virtual- oder Augmented-Reality-Entwicklungen, das müsse die jeweilige Situation ergeben.

Hexagon Geosystems und Trimble – Das Fundament der digitalen Realität

Ganz nah dran an den Lösungen der digitalen Zukunft sind auch die beiden Hauptsponsoren der Intergeo. Raik Frankenberger von Hexagon Geosystems und Dietmar Bernert von Trimble präsentieren die Unternehmen ganz klar als Lösungsanbieter und Datenmanager. „Mit unserer Technologie scannen Anwender Objekte und bauen auf diesen Fundamenten die digitale Realität“, so Frankenberger. Die Zukunft liege darin, diese Daten intelligent zu managen und zusätzliche Informationen zu destillieren. „Damit öffnen sich auch neue Betätigungsbereiche für unsere Kunden aus der Geoinformatik.“, so Frankenberger. Lösungen der beiden internationalen Unternehmen seien das Grundgerüst digitaler Städte, etwa als Basis einer autonomen Navigation (jederzeit neue Real-Time-Stadtmodelle) oder als Grundlage im BIM (Building Information Modeling).

Beim Thema digitales Planen und Bauen herrsche geradezu Goldgräberstimmung, so Trimble-Vertreter Bernert. Obwohl Deutschland auch hier im internationalen und europäischen Vergleich Aufholbedarf habe, sei gerade durch Initiativen der Bundesregierung, der Gesellschaft Planen-Bauen 4.0 oder der Erweiterung der internationalen Standards wie IFC (Industrial Foundation Class) durch intensive Beteiligung der deutschen Bauindustrie in allen wesentlichen Bereichen des Bauens Bewegung in den Markt gekommen. Eine gesamte Branche durchlebe gerade jetzt eine Zeitenwende vom über die Jahre und Jahrzehnte traditionell analog gesteuertem Bauen hin zu neuen durchweg digitalen Prozessen. Berufsbilder vom Geodäten über den Bauingenieur bis zum Architekten würden über den BIM-Prozess einem grundlegenden Wandel unterliegen, betonte Bernert. Gerade in der Weiterentwicklung der BIM-Methoden liege auch ein Zukunftsfeld für Geodäten, denn hier entstünden gerade neue Berufsbilder wie BIM-Projektmanager, BIM-Prozessmanager oder BIM-Consultants. Grenzen zwischen den bisherigen Phasenmodellen und denen historischer Differenzierung zwischen Hochbau, Infrastuktur und Städtebau verschwimmen immer mehr und erfordern zukünftig mehr Generalisten, die ein möglichst breites Spektrum an Leistungen abdecken können. Und wer sei besser geeignet als Geodäten und Geoinformatiker, diese Aufgaben zu erfüllen?

Katastervermessung vor dem Umbruch

Auch Heinz-Jürgen Przybilla bringt als Professor für Photogrammetrie und Fernerkundung im Fachbereich Geodäsie der Hochschule Bochum wichtiges Know-how seines Fachgebietes mit in die digitale Zukunft ein. Digitale Bilder sind allgegenwärtig und die hieraus ableitbaren 3D-Informationen werden über intelligente Verfahren in vielen Lebensbereichen verfügbar gemacht: just in time, hoch präzise, kostengünstig – das birgt viel Potenzial für die automatisierte Bildauswertung, vom Satelliten über das UAS bis in die terrestrische Anwendung hinein.

Obwohl photogrammetrische Methoden für viele Anwender mittlerweile eine Black-Box darstellen, setzen immer mehr Branchen diese bildbasierten Verfahren der optischen 3D-Messtechnik ein. Parallel zu den seit vielen Jahren verfügbaren digitalen Produkten der Luftbildphotogrammetrie und Fernerkundung, einer stetig wachsenden Anzahl von Anwendungen im industriellen Bereich (wie Qualitätskontrollen in Luft- und Raumfahrt sowie der Automobilindustrie, Fahrzeugnavigation), haben insbesondere die Einsätze von UAS derart zugenommen, dass es neben der Nutzung in der Landwirtschaft, dem Katastrophenschutz oder in der Baubranche nun auch erste Anwendungen in der besonderen Qualitätskriterien unterliegenden Katastervermessung gibt. Auch Przybilla zeigt damit nebenbei, wie sehr sich der Arbeitsalltag von Geodäten ändern wird: „Wir können davon ausgehen, dass die Katastervermessung zukünftig durch UAS einen Umbruch erleben wird“.

Daten als Essenz der digitalen Zukunft

Alle am Tisch der Intergeo betonen den Wert der Daten als Essenz der digitalen Zukunft. Daten sind Treiber von Innovationen, Basis von intelligenten Lösungen im Internet der Dinge und Grundlage für Lösungen auf Basis künstlicher Intelligenz. Städte beginnen schon heute, den Wert der Daten zu erkennen und treten – vor allem im europäischen Ausland – als Datenbroker auf. Die Open-Data-Philosophie trete durch diese Entwicklung wieder einen Rückzug an, berichtet von Radecki vom Fraunhofer IAO. Der Trend gehe hin zu Better Data statt Open Data, so von Radecki.

Die Intergeo sei gerade in Kombination mit der Smart City Solutions dazu prädestiniert, die Brücke zur Digitalisierung von Städten und der Umwelt zu schlagen.

www.intergeo.de

2291 - Intergeo – Brücke in ein digitales Morgen
PR/af

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