Wasserstoff als universeller Energieträger erfährt seit geraumer Zeit zunehmende Aufmerksamkeit und Bedeutung. Er wird zukünftig wesentlich zur Erreichung der Klimaziele beitragen und ebenso neue Wertschöpfungsketten für die deutsche Wirtschaft und Industrielandschaft schaffen. Die Frage der Resilienz und somit einer gleichzeitig unabhängigen Energieversorgung spielt dabei ebenso eine wichtige Rolle. Um dies zu erreichen, bedarf es neben der Produktion und dem Transport auch der temporären Speicherung von Wasserstoff zur Pufferung von Diskrepanzen zwischen Angebot und Nachfrage.
Wie sieht es aus mit Speicherlösungen für Wasserstoff? „Wir haben in Deutschland die Technologie und geeignete geologische Strukturen zur Untergrundspeicherung von Wasserstoff, jedoch bedarf es insgesamt deutlich mehr Speicherkapazitäten, als es aktuell gibt, und dies auch dort, wo es keine geeigneten Salzablagerungen im Untergrund gibt. Aus diesem Grund müssen besonders in Süddeutschland auch ‚Porenspeicher’ in Betracht gezogen werden“, so der Geologe Dr. Rouwen Lehné vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden.
Untergrundspeicherung von Wasserstoff
Um die Potenziale der Untergrundspeicherung von Wasserstoff in Porenspeichern zu ergründen, veranstalteten das HLNUG und die Landesstelle Wasserstoff der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI) in Frankfurt gemeinsam ein Symposium: In acht Vorträgen beleuchteten die Referenten – allesamt Experten auf ihrem Gebiet – verschiedene Aspekte des Themas, von einem nationalen Überblick über den Sachstand in Hessen und aktuelle Forschungsarbeiten bis hin zu Praxisberichten und den politischen, regulatorischen und finanziellen Randbedingungen. Die Fachvorträge betrachteten und berichteten über Möglichkeiten der Speicherung von Wasserstoff und zeigten Wege auf, Wasserstoff als universellen Energieträger sicher und langfristig zu speichern. Anschließend diskutierte eine Podiumsrunde unter anderem die Möglichkeiten der praktischen Umsetzung und die damit verbundenen infrastrukturellen und geologischen Gegebenheiten und Herausforderungen.
Potenziale in Hessen untersuchen
Das HLNUG ist bundesweit der erste geologische Landesdienst, der sich mit der Frage der Untergrundspeicherung von Wasserstoff, mit besonderem Fokus auf Porenspeicher, intensiv beschäftigt hat. Zudem hat Hessen im Jahr 2026 den bundesweiten Vorsitz der Staatlichen Geologischen Dienste in der Bundesrepublik Deutschland inne. „Der geologische Untergrund spielt eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung der Energiewende“, sagt Dr. Aderhold. „Insofern ist es folgerichtig, dass sich das HLNUG der Aufgabe widmet, die in Hessen gegebenen Potenziale zur Untergrundspeicherung von Wasserstoff zu untersuchen und kontextbezogene Aktivitäten Dritter adäquat zu unterstützen“. Die Möglichkeit, Wasserstoff im Untergrund in ausreichender Menge für Bevölkerung und Industrie zu speichern, ist auch dem Hessischen Wirtschaftsministerium (HMWVW) ein zentrales energiepolitisches Anliegen. Zwischen Mai 2023 und März 2025 wurden daher dem HLNUG ca. 830.000 Euro durch das HMWVW für das Thema Wasserstoffspeicherung zur Verfügung gestellt.
Die hochrangige Besetzung des Symposiums zur Untergrundspeicherung von Wasserstoff ebenso wie die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Gäste zeugen von der Bedeutung des Themas und dem nachdrücklichen Anliegen aller Beteiligten, Wasserstoff als festen Bestandteil in der Prozesskette hin zu einer umfänglichen nachhaltigen Energieversorgung zu verankern.