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Location Intelligence und die andere Sicht auf Unternehmen

Andreas Eicher
Andreas Eicher 17.10.2019

Zwei Buchstaben, große Wirkung. LI, das sogenannte Location Intelligence, verspricht viel bei der Datenanalyse in Unternehmen. Was das genau bedeutet, welche Lösungen helfen und wo die Entwicklungen im Location-Intelligence-Umfeld, darauf gab uns Burchard Hillmann-Köster vom Pitney Bowes Antworten. Oder anders formuliert: Location und die andere Sicht auf Unternehmen.

Herr Hillmann-Köster, die Lösung MapInfo Pro aus Ihrem Haus erleichtert unter anderem dem Unternehmen Domino’s Pizza die Zusammenarbeit den Franchisenehmern und bietet Kunden einen besseren Service. In welchen Bereichen setzen Sie zudem auf diese Lösung?

MapInfo Pro ist für Domino’s aufgrund dessen Leistungsfähigkeit und Flexibilität ein wichtiger Bestandteil in der Gesamtlösung. Weitere Bausteine in dieser Lösung sind unsere Spectrum-Technology-Plattform und unser Datenportfolio, was auch die Stärke unserer Lösungsportfolios insgesamt sehr gut aufzeigt. Viele der heutigen Projekte umfassen nicht nur Geoinformationen, sondern zum Großteil auch klassische Datenquellen wie Kundendaten, Adressen, die in verteilten Systemen liegen. Spectrum übernimmt als zentrale Datendrehscheibe eine sehr wichtige Rolle, da es beide Welten – GIS-Server sowie Informationsmanagement & Analyseserver – miteinander vereint. Somit können Unternehmen mit einer einzigen Plattform verschiedene Aufgabenstellung flexibel durch die Kombination der Fähigkeiten adressieren, wie Datenintegration, Adressvalidierung, Geokodierung, Routing. Wir sehen diesen Ansatz auch als einen wichtigen Aspekt, warum Pitney Bowes als Leader in The Forrester Wave: Location Intelligence Platforms, Q4 2018 eingestuft wurde.

Wenn Sie nach Beispielen fragen, möchte ich das Thema Expansion nennen. Unsere Retail-Analytics-Lösung basiert auf Spectrum Spatial und Spectrum Data Science um die Wachstumsstrategien vieler Einzelhändler global zu unterstützen. Hier kombinieren wir das Thema Standortinformationen mit Maschine-Learning-Modellen zur Vorhersage von Umsätzen. Ein sehr aktuelles und spannendes Thema.

MapInfo Pro wird branchenübergreifend genutzt. Es ist weiterhin weit verbreitet bei Mobilfunkanbietern, die es zur Analyse der Funknetzabdeckung verwenden. In diesem Bereich wird es als Standardprodukt, aber auch kundenspezifische Versionen, die von einigen unserer OEM-Partner erstellt wurden. Weiterhin ist natürlich der öffentliche Sektor ein Bereich, in dem wir viele Kunden haben. Hier werden MapInfo Pro und auch unsere serverbasierten Angebote in einer Vielzahl von Bereichen eingesetzt, von der Planung über das Asset Management bis hin zu Einzugsgebietsanalysen.

Nun haben Sie mit der Version „v17“ jede Menge Neuerungen beim Produkt MapInfo Pro einfließen lassen. Was sind die neuen Meilensteine dabei und welche Vorteile versprechen Sie den Kunden damit?

Mit MapInfo Pro 17.0 haben wir einen Schritt zurück getan, um unsere Anwendergemeinde zu erreichen. Wir wollten besser zu verstehen, wie wir ihre Verwendung des Produkts am besten unterstützen können. Ein großer Schwerpunkt lag auf der Benutzerfreundlichkeit, der Vereinfachung der Bedienung der Produkte und der Umstellung von der klassischen menügesteuerten Oberfläche auf die neue ribbonbasierte Oberfläche. Weitere Bereiche, an deren Verbesserung wir gearbeitet haben, sind der einfachere Zugang zu Erweiterungen über den neuen MapInfo Marketplace und die Integration unserer cloudbasierten LocateAPIs. Darüber hinaus wurde der Support von Python integriert, was sehr viele neue Möglichkeiten für unsere Anwender eröffnet.

Haben Sie darüber hinaus in absehbarer Zeit eine Erweiterung der Lösung im Auge? Und wenn ja in welcher Form?

MapInfo Pro wird ständig weiterentwickelt. Es ist ein voll ausgestattetes Desktop-GIS, aber es gibt immer etwas zu ergänzen oder zu verbessern. Für unsere Version 2019, die im November dieses Jahres erwartet wird, überprüfen wir die SQL-Unterstützung im Produkt. Wir verbessern die SQL-Engine von MapInfo Pro. Wir adressieren die Benutzeroberfläche bei der Verwendung von SQL zur Abfrage und Bearbeitung von Daten, um diese einfacher zu gestalten.

Neben MapInfo Pro & MapInfo Pro Advanced bieten wir natürlich viele weitere Lösungen. So haben wir im Bereich Clouddienste das Portfolio weiter ausgebaut und auch bei Spectrum Spatial steht im November das nächste Release an.

Zum Beispiel stellen wir mit Buzzy for Spectrum Spatial eine funktionsreiche Anwendungsentwicklungsplattform bereit, die es nichttechnischen Anwendern ermöglicht, mobile Apps für Online- und Offline innerhalb von Minuten und ohne Programmierung zu implementieren und einzusetzen.

Wenn wir den Markt für Location Intelligence (LI) anschauen, so bieten sich gerade für Unternehmen im direkten Kundenkontakt viele Vorteile. Wo sehen Sie die Stärken und worauf müssen Unternehme generell achten, so sie einen LI-Einsatz planen?

LI gibt Ihnen eine andere Sicht auf Ihr Unternehmen. Die Anreicherung Ihrer Daten mit einem räumlichen Kontext, die Durchführung von räumlichen Analysen und die Visualisierung Ihrer Daten werden Unternehmen und neue Blicke auf ihr Geschäft ermöglichen und potenziell Zusammenhänge und Beziehungen hervorheben, die Sie vorher nicht erkennen konnten. Eine der Herausforderungen besteht zunächst darin, Ihre bestehenden Geschäftsdaten abbilden oder geocodieren zu können. Dann müssen Sie auch berücksichtigen, welche anderen Geodaten für Sie nützlich sein könnten, um ein besseres Verständnis zu erhalten und die Trends zu verstehen, die Sie in Ihren eigenen Geschäftsdaten sehen. Häufig beziehen sich diese Trends z. B. auf den Verkehr oder die Bewohner in dem von Ihnen betrachteten Gebiet. Das bedeutet, dass Sie verstehen müssen, welche Art von Menschen wo leben und wie ihr Reiseverhalten ist – nur um ein paar Beispiele zu nennen.

Welche Entwicklungen sehen Sie im LI-Markt in den kommenden Jahren?

Wir sehen hier mehrere Trends. Zunächst einmal der Wechsel von Insellösungen zu Lösungen, die eng in die bestehenden Geschäftssysteme integriert sind. Location Intelligence wird zu einem integrierten Bestandteil der Geschäftssysteme. LI muss auch Big Data akzeptieren. Ein entscheidender Bestandteil von Big Data sind auch räumliche Elemente, und Unternehmen und Verwaltungen müssen in der Lage sein, dieses Element in Ihrer Big-Data-Umgebung zu nutzen. Und schließlich möchte ich auch Daten sagen. Die Menge der verfügbaren Daten nimmt rapide zu und wird es auch weiterhin tun. Dies gilt für den Datentyp und die Menge der einzelnen Datentypen.


Burchard Hillmann-Köster ist Client Director bei Pitney Bowes und betreut die Märkte Handel und Öffentliche Verwaltung. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Bereich Location Intelligence/Customer Information Management und ist Subject Matter Expert für diesen Bereich bei Pitney Bowes. Die Schwerpunkte seiner Tätigkeiten innerhalb des Pitney Bowes Konzerns lagen dabei unter anderem im Produktmanagement, Produktmarketing, Marketingkommunikation und Vertrieb. Burchard Hillmann-Köster begann seine Karriere 1997 als Berater in den USA im Bereich Wirtschaftsförderung/Standortanalysen. Sein Studium der Betriebswirtschaft hat er in Deutschland mit Stationen in UK und Finnland absolviert und erhielt 1997 seinen MBA von der University of Texas – Pan American.


Weitere Informationen unseres Partners für "Location Intelligence" finden Sie unter www.gispoint.de/location-intelligence

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