Historische Karten in einer historischen GIS-Applikation – ein Widerspruch?

Antonia Dückelmann, Peter Paul Marckhgott-Sanabria, Anna Piechl

Dieser Beitrag geht der Frage nach, unter welchen Bedingungen historische GIS-Projekte bei der Rekonstruktion historischer Grenzverläufe auf historische Rechtstexte in Verbindung mit modernen Raumdaten anstatt historischer Karten zurückgreifen sollten. Grenzverläufe in Europa wurden schon im 19. Jahrhundert präzise definiert, in Gesetzestexten und Verträgen festgelegt und können demnach heutzutage leicht nachvollzogen werden. Die kartographischen Darstellungen dieser Verläufe in historischen Karten und Atlanten sind jedoch oftmals erstaunlich ungenau und mangelhaft. Während eine hohe Genauigkeit von Raumdaten in historischen GIS-Anwendungen in der Regel nicht notwendig ist, bestehen Ausnahmen in Fällen, in denen etwa die Zugehörigkeit von Orten zu historischen politischen und administrativen Entitäten abgefragt werden soll. Ein Beispiel einer solchen Anwendung ist das Projekt HistoGIS, das historische politische und Verwaltungsgrenzen im Europa des 19. Jahrhunderts rekonstruieren will. Anhand des Projekts soll gezeigt werden, dass unter besonderen Umständen nur die Kombination historischer Rechtstexte und moderner Raumdaten zu einem befriedigenden Ergebnis führen, obgleich diese Methode recht arbeitsintensiv und von „Handarbeit“ geprägt ist..
Schlüsselwörter: Historische Raumdaten, historical GIS, Rechtstexte, räumliche Genauigkeit, OpenStreetMap, Open Source

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