Bestandsvermessung der neuen ÖBB-Unterinntaltrasse – Messkonzept und Ergebnisse

Klaus Legat

Mit den Vermessungsarbeiten zur Errichtung der Eisenbahn-Neubaustrecke (NBS) im Unterinntal östlich von Innsbruck wurde im Jahr 1998 begonnen, der fertiggestellte Abschnitt Kundl – Baumkirchen (ca. 40 km) wurde Ende November 2012 eröffnet. Im Sommer 2016 wurde durch die ÖBB Infrastruktur AG die Bestandsvermessung für die oberirdischen Bereiche der NBS sowie für die umgebauten Abschnitte der Bestandsstrecke (BS) ausgeschrieben. Die Vermessungsmethodik war den Bietern freigestellt; eine rein terrestrische Vermessung schied jedoch aufgrund des Betretungsverbots für den Gleisraum aus. Es wurden zwei Aufnahmebereiche mit unterschiedlichen Genauigkeitsvorgaben definiert: Im Nahbereich der Gleise (roter Bereich) betrug die Vorgabe für die Standardabweichung 2 cm in Lage und Höhe. Ansonsten betrug die einzuhaltende Standardabweichung 10 cm (gelber Bereich). Die hohen Anforderungen für den roten Aufnahmebereich wurden bewusst gewählt, um das Genauigkeitspotenzial moderner Messverfahren ausloten zu können. Das Projekt hat also auch Pilotcharakter für die ÖBB. Den Auftrag für das Projekt hat die Vermessung AVT-ZT-GmbH mit Hauptsitz in Imst (Tirol) gewonnen. Das von AVT vorgelegte Konzept sieht neben der obligatorischen GNSS-basierten Kontrolle des Grundlagennetzes folgende Messverfahren vor: hochauflösende photogrammetrische Befliegung, photogrammetrisches Mobile Mapping auf der Bahnstrecke und auf einigen Begleitwegen, hochauflösende Laserscanning-Befliegung, terrestrische Ergänzungsmessungen außerhalb der Gefahrenzone. Das Projekt wurde im Juli 2016 begonnen und Ende Juli 2017 erfolgreich abgeschlossen. Dieser Beitrag erläutert das Messkonzept und dokumentiert die erreichte Genauigkeit der Ergebnisse.
Schlüsselwörter: Grundlagenetz, Photogrammetrie, Laserscanning, Mobile Mapping

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