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Open Data – Innovationsmotor oder Luftnummer?

Auf dem Intergeo-Kongress stellen sich Open Data-Verantwortliche in einer Podiumsdiskussion einer kritischen Betrachtung. Er bietet einen spannenden Einblick in die aktuelle Open-Data-Politik des Bundes, der Länder und der Europäischen Union.

Es geht ums Ganze: Erfüllen sich die hohen Erwartungen in Open Data als Innovationstreiber und Wirtschaftsmotor? Oder sind die Erfahrungen doch eher verhalten? Wenn ja, woran liegt's? Und welche Sicherheitsrisiken birgt der Transparenzgedanke in Zeiten von Cyberattacken und internationalem Terrorismus?

Man stelle sich vor, ein Stromanbieter plant eine neue Hochspannungstrasse quer durch Deutschland. Der Energieversorger ist wirtschaftlich unabhängig und kauft deutschlandweite Datensätze zu Topographie und Eigentumsverhältnissen sowie einen bundesweiten Satz flächendeckender Luftbilder, um die Maßnahmen sorgfältig zu planen. Auf der anderen Seite versuchen verschiedenste Bürgerinitiativen in betroffenen Gemeinden darzulegen, warum sie die geplante Trasse direkt vor ihrer Haustür ablehnen. Da wäre es nur recht und billig, wenn auch die im Planungsprozess teilnehmenden Bürgerinitiativen an die Basisinformationen herankommen – allein, es fehlen die finanziellen Mittel. Aus dem fiktiven Beispiel lässt sich im Sinne von Transparenz demokratischer Prozesse mit Bürgerbeteiligung ein klares Plädoyer für eine großzügige Freigabe behördlich erfasster Daten und ein klares Ja zu Open Data ableiten. Offene Daten seien eine Form der Demokratisierung und schafften Chancengleichheit auf Basis von Daten, urteilt Robert Seuß, Professor für Geoinformation an der Frankfurt University of Applied Sciences und Podiumsmoderator auf dem Intergeo-Kongress.

Transparenz um jeden Preis?

Doch wie weit sollen Bund und Länder gehen mit der Bereitstellung von Open (Geo-) Data? Und an welchen sicherheitskritischen Fragen ist Schluss mit der Durchsichtigkeit? Darüber diskutieren Bund und Länder trefflich und kommen föderalismus-typisch zu uneinheitlichen Lösungen. Während die Stadtstaaten Berlin und Hamburg gefolgt von den Flächenländern Nordrhein-Westfalen und Thüringen ein klares Open Data-Bekenntnis abgegeben haben, lavieren andere Bundesländer irgendwo zwischen ja, nein, vielleicht und jein. Mit dem flächendeckenden Open Data-Portal „Webatlas“ hat der Bund schon vor Jahren Pflöcke eingerammt und die Länder zur Freigabe eines Mindestmaßes an Geodaten verpflichtet. Auch INSPIRE fordert Open Data bis in die kleinste Einheit der kommunalen Ebene und nimmt so Länder und Gemeinden in die Pflicht, ihr Mindestmaß an Open Data zu liefern.

Offenheit für bessere Antworten

Seit zehn Jahren schon hat sich mit INSPIRE der politische Wille zur Transparenz Bahn gebrochen. Das Ziel auf europäischer Ebene: Prozessoptimierung und Monitoring-Mechanismen auf Basis von Automatismen und europaweite Standards. Letztlich soll die Open-Data-Landschaft die Verantwortlichen in die Lage versetzen, schnell schlüssige Antworten zu liefern. Stets mit im Gepäck der Open Data-Diskussion steht die Annahme, dass Open Data die Wirtschaft zu eigenen Entwicklungen beflügelt. Kritiker hingegen nennen Einnahmeausfälle, Investitionen in IT-Infrastruktur sowie die Angreifbarkeit durch Cyberattacken als Gegenargumente für zu viel Freiheit.

Zu viel Freiheit, so Moderator Seuß, kann es in der Open Data-Debatte nicht geben. Man könne den Sicherheitsaspekt über die Erkennbarkeit steuern und müsse dafür keine Inhalte zurückhalten. Die Diskutanten auf dem Podium des Kongresses werden nicht nur zu dieser These kontrovers Stellung beziehen.

Die Podiumsdiskussion zu Open Data findet am Dienstag, den 26.9. 2017, auf der Intergeo 2017 in Berlin statt.

Weitere Informationen unter www.intergeo.de

2207 - Open Data – Innovationsmotor oder Luftnummer?
PR/as
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