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Wind-Area für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung nominiert

Am 27. November wird der deutsche Nachhaltigkeitspreis Forschung von der Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka verliehen, erstmals ist ein GIS-Projekt unter den drei Finalisten.

Nominiert wurde die Professorin für Landmanagement Prof. Dr. Martina Klärle der Frankfurt University mit ihrem GIS-Forschungsprojekt Wind-Area, das sich unter 87 Universitäten durchgesetzt hat und morgen um 18:30 Uhr im Wissenschaftsmagazin „Nano“ des Senders 3sat vorgestellt wird.

Hintergrund

Kleinwindkraftanlagen stellen insbesondere für Städte – Räume, in denen viel Strom verbraucht wird – eine wichtige lokale, verbrauchernahe Energiequelle dar. Bislang ist dieser wichtige Marktbereich für die Energiewende aber weitestgehend unerschlossen. Denn zur Ermittlung geeigneter Standorte ist die Kenntnis der genauen Windgeschwindigkeit in Bodennähe unerlässlich, die bisher lediglich durch aufwendige und somit teure Windgeschwindigkeitsmessungen gewonnen werden kann.

Im Projekt Wind-Area des Frankfurter Forschungsinstituts für Architektur, Bauingenieurwesen und Geomatik wurde eine automatisierte Potential- und Standortanalyse auf Basis von 3D-Geodaten (zum Beispiel Laserscannerdaten) entwickelt, die die bisherigen Windgeschwindigkeitsmessungen ersetzen kann. Diese nutzt bereits vorhandene, hochauflösende Fernerkundungsdaten, welche Topographie, Vegetation und Gebäude detailliert berücksichtigt, und liefert eine exakte Wind- und Strömungssimulation.

Damit kann erstmals ein großflächiger Nachweis der wirtschaftlichsten Standorte für Kleinwindkraftanlagen erbracht werden. So können für ganze Gemeinden, einen Landkreis oder einzelne Bürger diejenigen Stellen gefunden werden, an denen Kleinwindkraftanlagen rentabel betrieben werden können. Nachdem erste Ergebnisse vorlagen, wurden auch die Gemeindevertreter eingebunden, sodass sichergestellt werden konnte, dass die Ergebnisse auch in die Kommunalplanung eingehen.

Wind-Area wurde bereits erfolgreich in der Praxis erprobt: Die Windsimulation wurde zunächst für ein städtisches und zwei ländliche Testgebiete durchgeführt. Sie kann auf jede beliebige Gemeinde oder Region übertragen werden, da die benötigten Geodaten bundesweit flächendeckend vorliegen. Aktuell wird nun eine Internetkarte erarbeitet (Google-Maps-like), auf der alle Bürger für ihr Gebäude und Grundstück erkennen können, ob sie für eine wirtschaftliche Nutzung von Kleinwindkraftanlagen geeignet sind. Die Karte liefert zudem auch eine Empfehlung für den Anlagentyp, abhängig von der Windgeschwindigkeit, -häufigkeit und den lokalen Turbulenzen.

Nominierungsbegründung der Jury

Wind-Area liefert ein völlig neues Konzept in der Kleinwindtechnologie und sorgt für den lang ersehnten Durchbruch für die Wirtschaftlichkeit von Kleinwindkraftanlagen – ein wichtiger Schritt für die Energiewende in Städten und Gemeinden.

Weitere Informationen unter www.klaerle.de


1632 - Wind-Area für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung nominiert
PR/as

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