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GNSS-basiertes Geisterfahrerwarnsystem

Das Institut für Raumfahrttechnik und Weltraumnutzung (Ista) der Universität der Bundeswehr München und Institut für Ingenieurgeodäsie (IIGS) der Universität Stuttgart forschen an einem Geisterfahrerwarnsystem.

Unter Geisterfahrern versteht man jene Autofahrer, die entgegen der erlaubten Fahrrichtung fahren. Sie verursachen auf deutschen Autobahnen jährlich etwa 1.950 Verkehrsunfälle. Die Hauptursachen dafür sind zum Beispiel bewusstes Umdrehen auf der Autobahn und Fahren unter Alkoholeinfluss. Oftmals beginnen Geisterfahrten an Autobahnanschlussstellen beziehungsweise im Bereich von Autobahnabfahrten und -auffahrten. Die Anzahl der bei Geisterfahrerunfällen getöteten Menschen beläuft sich jedes Jahr auf ungefähr 20 Personen. Wie kann man Geisterfahrten frühzeitig und zuverlässig detektieren, Geisterfahrer effizient wachrütteln und gefährdete Verkehrsteilnehmer in der Umgebung warnen?

Um versehentlichen Geisterfahrten vorzubeugen, wurden diverse Maßnahmen, zum Beispiel die Aufstellung von Hinweisschildern an Autobahnen, in Deutschland und auch in einigen anderen Ländern umgesetzt. In den letzten Jahren werden vorzugsweise technische Lösungen des Geisterfahrerproblems erforscht, damit sich der erhebliche Arbeits- und Kostenaufwand in der Verkehrsinfrastruktur ersparen lassen. Im Rahmen des DLR-geförderten Projektes Ghosthunter wird nun ein GNSS-basiertes Geisterfahrerwarnsystem mit ausgewählter Forschungsmethodik von Ingenieurwissenschaftlern der Universität der Bundeswehr München und der Universität Stuttgart entwickelt. Das Kooperationsprojekt zwischen Ista (Universität der Bundeswehr München), IIGS (Universität Stuttgart) und der Firma Navcert bietet eine neue Möglichkeit für Wissenschaftler und Fachleute in den Forschungsbereichen GNSS (inklusive Fahrzeugnavigation und Sensorfusion) und Geoinformatik (inklusive Digitale Kartensysteme und Map-Matching-Technologien). Zusätzlich bietet es die Möglichkeit, die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern zu fördern und die in diesem Projekt gewonnen Erkenntnisse durch Veröffentlichungen und Konferenzbeiträge vorzustellen.

In diesem Projekt wird das Ista einen robusten (D)GNSS-basierten Algorithmus zur Erfassung genauer Fahrzeugtrajektorie und einen Geisterfahrer-Detektionsalgorithmus entwickeln. Die Aufgaben des IIGS bestehen darin, Datenqualitäten von digitalen Straßenkarten verschiedener Kartenanbieter zu untersuchen und ein Map-Matching-Tool in das Gesamtsystem bzw. das Geisterfahrerwarnsystem einzubinden. Letztlich soll das entwickelte automatische Warnsystem in das europäische eCall System implementiert werden, welches auf die Gefahr aufmerksam macht. Unter Verwendung von diesen modernen wissenschaftlichen/technischen Methoden soll das Geisterfahrerwarnsystem in der Lage sein, künftig vor Geisterfahrern auf Autobahnen zu schützen und somit mehr Verkehrssicherheit und weniger Unfälle zu ermöglichen.

Weitere Informationen unter www.uni-stuttgart.de

1628 - GNSS-basiertes Geisterfahrerwarnsystem
PR/as

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